Israel will Irans Atomanlagen zerstören
Einem Bericht der britischen Zeitung „Sunday Times“ zufolge bereitet Israel Angriffe auf iranische Nukleareinrichtungen vor. Seit Wochen häufen sich inoffizielle Stimmen, die einen israelischen Militärschlag nicht ausschließen. Damit droht der Konflikt in der Region weiter zu eskalieren[/b].
Jerusalem - Laut Medienberichten bereitet Israel Angriffe auf iranische Nukleareinrichtungen vor. Die Regierung in Teheran sieht dies als Beweis, „der alle Welt überzeugen wird, dass das zionistische Regime die größte Bedrohung der Welt und besonders der Nahost-Region darstellt“, wie ein Sprecher mitteilte.
Der Sprecher des israelischen Außenministeriums betonte, der Bericht sei unwahr. Israel unterstütze „hundertprozentig die Bemühungen der internationalen Gemeinschaft, mithilfe des Sicherheitsrats einen Stopp des iranischen Atomprogramms zu erreichen“.
Das Blatt berichtete am Sonntag über zwei israelische Fluggeschwader, die sich auf die Bombardierung der wichtigsten iranischen Nuklearanlagen vorbereiten. Sie sollen seit Wochen Langstreckenflüge nach Gibraltar und zurück üben. Drei Anflugsrouten über die Türkei und von Süden würden von den Piloten einstudiert. „Ein Auftrag, ein Angriff, und das Nuklearprogramm des Iran ist zerstört“, zitiert die „Sunday Times“ ihre anonyme Quelle.
Beim Angriff auf die Urananreicherungsanlage bei Natans sollen Laserlenkwaffen demnach zuerst die Außenwände der unterirdischen Einrichtungen durchlöchern. Danach sollen taktische „Mini“-Atombomben das Innere zerstören. Durch deren unterirdische Explosion soll die Strahlenbelastung gering ausfallen, meinen Experten, was andere jedoch als ungesichert ansehen. Weitere Angriffsziele sollen eine Anlage zur Herstellung von schwerem Wasser bei Arak und eine Konversionsanlage für Urangas sein.
Experten halten die Zerstörung der gut gesicherten iranischen Nuklearanlagen „auf einem Schlag“ für unmöglich. Allenfalls würde so deren Entwicklung verzögert, nicht aber aufgehalten. „Wenn überhaupt“, so Israels bekannter Militärexperte Martin van Crefeld vor einigen Wochen, „geht dies nur mithilfe von Nuklearwaffen.“
Seit Wochen häufen sich in Israel inoffizielle Stimmen, die einen israelischen Militärschlag nicht ausschließen. „Die Zeit läuft ab“, erklärte der stellvertretende Verteidigungsminister Ephraim Sneh. „Greifen die diplomatischen Mittel nicht, muss Israel zu anderen greifen.“
Ägypten kündigte letzte Woche die Entwicklung eines eigenen Nuklearprogramms an, sollte das iranische Nuklearprojekt nicht gestoppt werden. Beobachter erwarten infolge der Entwicklungen Wirkung auf die öffentliche Meinung im Iran. Auch ohne spürbare Boykottmaßnahmen gegen den Iran gehe es mit der Wirtschaft bergab, heißt es. Saudi-arabische Geldwechsler verweigerten letzte Woche iranischen Pilgern den Umtausch ihrer iranischen Rial-Währung.