Europa im Dunkeln, Politiker in Panik
Menschen blieben in Aufzügen und Seilbahnen stecken, Geschäfte wurden ausgeraubt, Rettungskräfte waren im Dauereinsatz - so lautet die Bilanz des Mega-Stromausfalls, der Samstagnacht weite Teile Europas betraf. Vor allem aber hat er die Frage aufgeworfen: Was, wenn so etwas an einem Wochentag passiert?
Hamburg - Die Aussage eines Sprechers des RWE-Konzern entbehrt nicht unfreiwilliger Komik: Der Stromausfall gestern Abend schätze er als "nicht ernst" ein. Tatsächlich saßen nach Pannen im deutschen Versorgungsnetz schätzungsweise rund zehn Millionen Menschen in Europa im Dunkeln. Und wer bei diesem Giga-Blackout nur die letzten Reste von "Wetten dass..." im Fernsehen verpasste, kann sich glücklich schätzen. Allein in Deutschland blieben Menschen in Aufzügen stecken, Ampeln fielen aus, Alarmanlagen und Brandmelder wurden fälschlicherweise ausgelöst und hielten die Rettungskräfte im Dauereinsatz
In Coburg nutzten vier junge Männer die Gelegenheit, schlugen die Schaufensterscheibe eines Handy-Geschäfts ein und flüchteten mit mehreren Handys. In Köln stoppte die Seilbahn mitten über dem Rhein. Eine halbe Stunde lang mussten die rund 70 Fahrgäste im Finstern sitzen, bis sie befreit wurde. Die Kölner Polizei hatte während des Stromausfalls keine ruhige Minute. "Die Leute haben sofort die 110 gewählt und gedacht, die Polizei kann den Strom in die Häuser zurück bringen", sagte ein Sprecher heute.