Geschichte

Başlatan Nazire, Aralık 17, 2006, 01:57:46 ÖÖ

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Wann lebte der Freibeuter Francis Drake?
Das Wichtigste zu dieser Frage vorweg: Sir Francis Drake wurde im Jahr 1540 in der Nähe der englischen Stadt Tavistock geboren (das genaue Datum ist unbekannt) und starb am 28. Januar 1596 in Porto Bello (Panama). Aber was hatte es mit dem guten Mann auf sich? Und was ist ein “Freibeuter“?

Freibeuter sind eigentlich eine Art Piraten: Sie greifen fremde Schiffe an und rauben sie aus. Im Fall von Francis Drake aber passierte das mit höchster staatlicher Duldung: Er fing nämlich in der Karibik spanische Handelsschiffe ab, die mit reicher Ladung aus den amerikanischen Kolonien kamen. Die Beute teilte er sich dann mit der englischen Königin.

Berühmt wurde Francis Drake aber vor allem aus einem anderen Grund: Von 1577 bis 1580 umsegelte er als zweiter nach Magellan die Erde. Dafür wurde er 1581 auch zum Ritter geschlagen und durfte sich fortan “Sir“ nennen.

Nach dieser Weltreise war Drake im Auftrag der britischen Krone weiterhin auf den Weltmeeren unterwegs und versetzte der damaligen Seemacht Nummer Eins, den Spaniern, schmerzhafte Nadelstiche. Insofern steht Drake wie kein anderer für den beginnenden Aufstieg der englischen Seemacht

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Das Weltreich der Mongolen 1200-1399
Die unter dem Sammelbegriff „Mongolen” zusammengefassten Stämme in der heutigen Mongolei errichteten im 13. und 14. Jahrhundert das größte Reich der bisherigen Weltgeschichte, das vom Pazifik bis zur Wolga reichte. Diese Ausdehnung ging aber weit über die damaligen Kommunikationsmöglichkeiten hinaus - das Riesengebilde zerfiel in Territorialherrschaften, die nacheinander von den jeweiligen regionalen Mächten besiegt wurden.
Temudschin war der Vater

des mongolischen Weltreichs. 1167 kam er als Sohn eines einflussreichen Vaters zur Welt, nach dessen Tod die Familie aber vom Niedergang bedroht war. Die zahlreichen in der Mongolei lebenden Stämme und Völkerschaften gliederten sich in nomadisierende Sippen, die von einem Khan angeführt wurden. Temudschin gelang bis 1206 durch Bündnisse die Einigung der Stämme östlich des Altai-Gebirges, die ihn zum Groß-Khan ausriefen. Er nahm den Namen Dschingis-Khan an.

Der Reichtum Chinas lockte

den Mongolenherrscher. Seine Eroberungpläne stellte er jedoch bis 1211 zurück und unterwarf zuerst die im Osten und Südosten lebenden Tanguten. In dieser Zeit entwickelte sich die militärische Taktik und operative Führung der Mongolen, die ihren Armeen den Nimbus der Unbesiegbarkeit einbrachten. Kern der Kampfverbände war die Reiterei, die in Zehner-, Hunderter- und Tausenderschaften gegliedert war. Die Verbände unterstanden jeweils einem Führer. Die Reiterei führte einen beweglichen Kampf, griff die Flanken der relativ statisch gegliederten Feindformationen an und ritt sie förmlich nieder. Zudem waren die Mongolenheere für die damalige Zeit außerordentlich groß. Für seinen Kriegszug gegen China ab 1211 bot Dschingis-Khan 200 000 Mann auf. Durch die nomadische Lebensweise standen die Mongolenvölker faktisch ständig unter Waffen und waren jederzeit einsetzbar und in höchstem Maße mobil. Die attackierten Chinesen mussten 1214/15 in einen Frieden einwilligen, den sie jedoch nach der Besetzung Pekings brachen. Die Stadt wurde völlig verwüstet und das angerichtete Blutbad prägte die Angst- und Schreckensvisionen vom „Mongolensturm”.

Die Wendung nach Westen

erfolgte nach der Niederwerfung von Aufständen in Turkestan und im Altai-Gebirge, die Dschingis-Khan zum Abzug aus China gezwungen hatten. Zwischen 1219 und 1221 unterwarf er das Reich des Choresmischen Schahs und drang bis Afghanistan vor. 1223 gelangte eine Armee an die Wolga und schlug ein russisches Heer. Dschingis Khan starb 1227 während eines neuerlichen Einfalls in China.

Realerbteilung schwächte das Reich der Mongolen. Die vier Söhne Dschingis Khans erhielten einzelne Gebiete (Khanate), die allerdings noch unter der Oberhoheit des Sohnes Ögädäi miteinander verbunden waren, der zum neuen Groß-Khan gewählt wurde. Er berief 1235 nach einem China-Feldzug in der Hauptstadt Karakorum eine Versammlung der Khane ein, auf der die Eroberung des Westens beschlossen wurde. Mit der Einnahme Kiews 1239 wurden die russischen Fürstentümer den Mongolen der Goldenen Horde tributpflichtig. 1241 überrannten zwei getrennt marschierende Armeen ein deutsch-polnisches und ungarisches Heer, erreichten Österreich und überschritten die Oder.

Die Rettung Europas beruht ausschließlich auf dem plötzlichen Tod Ögädäis, der Ende 1241 in Karakorum seiner Trunksucht erlag. Gemäß den Gesetzen der Mongolen mussten daraufhin alle Brüder in das Kernland zurückkehren, um einen neuen Groß-Khan zu bestimmen. In den Überlieferungen Alteuropas liest sich der Rückzug der Mongolen wie ein Wunder, da die Armeen der Herrscher der Reiterei hilflos ausgeliefert waren. Erst mit Khublai Khans Wahl zum Groß-Khan 1260 begann eine erneute Expansion, die allerdings wieder China zum Ziel hatte.

Peking wurde 1267 die Hauptstadt

des Groß-Khans, der sich 1271 als chinesischer Kaiser inthronisierte und die Yüan-Dynastie begründete. Er gab seinen Plan auf, ganz Nordchina in Weideland umzuwandeln. Die Mongolen in China wurden von der hohen Kultur des Reiches eingenommen und setzten die Traditionen fort. Der Handel blühte, da sie die Verbindungen in Asien und bis in den russischen Raum kontrollierten und für die Sicherheit der Straßen sorgten. Zeitweise beherrschten die Mongolen sogar Indien und drangen bis nach Java vor. Invasionsversuche in Japan scheiterten jedoch 1274 und 1281. Aufstände regionaler Mongolenherrscher und Sippenbündnisse gegen Khublai Khan deuteten bereits die Schwierigkeiten an, die sich aus der Ausdehnung des Reiches ergaben. Zudem wurde die Assimilierung in China von vielen Mongolen kritisch beurteilt, da sie eine Abkehr von den nomadischen Lebensgewohnheiten nach sich zog.

Der Niedergang

setzte rapide mit dem Tod Khublai-Khans 1294 ein. Seine Nachfolger in China verloren die Kontrolle über ihre nominell Untergebenen. Die mongolischen Kaiser in Peking bestätigten zwar noch als Groß-Khane die Khane in den anderen Gebieten, hatten aber faktisch keine Macht mehr über die Reiche in Persien, Russland und im tibetischen Raum. Die Herrschaft über China endete 1368 nach einem Volksaufstand. Die Goldene Horde verlor im 15. Jahrhundert ihre Kontrolle über Rußland und musste sich ebenso wie das persische Khanat schließlich den Osmanen beugen. In der Mongolei erlangte der mit den Mongolen verwandte islamische Fürst Timur Lenk aus dem Mandschu-Stamm Ende des 14. Jahrhunderts die Herrschaft und errichtete bis zu seinem Tod 1405 noch einmal ein Reich von Indien bis Kleinasien. Einer seiner Nachfahren war Babur, der 1526 das Sultanat von Dehli unterwarf und das islamische Großreich der indischen Mogule begründete

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Die arabische Welt und der Islam 600-799
Der Islam, die jüngste der Weltreligionen, entstand erst im frühen 7. Jahrhundert in einem Gebiet, das zu den unwirtlichsten der Erde zählt: in einer heißen, ausgedörrten Landschaft, die sich eine Million Quadratkilometer weit zwischen Asien und Afrika erstreckt.

Im Ursprungsland

des Islam lebten im 6. und 7. Jahrhundert überwiegend nomadisierende Beduinen unter einfachsten Bedingungen; zwischen ihren Stämmen herrschte häufig Blutfehde. Die drei bedeutenden Städte Nordarabiens lagen alle im gebirgigen Landstrich Hedjas, zwischen Rotem Meer im Westen und der großen Wüste im Osten, nämlich Jasrib (das spätere Medina), Taif und Mekka. Wegen seiner verkehrsgünstigen Lage (Knotenpunkt des Karawanenhandels) war Mekka die blühendste dieser drei Städte. Führende Bürger gehörten der Koraischiten-Sippe an, die in Mekka regierte. Zu ihrem Wohlstand trugen u. a. die Pilger bei, die zur Kaaba, der heiligsten Stätte der Araber, reisten. Dort wird noch heute der Schwarze Stein (ein Meteorit) von den Muslimen als heilig verehrt. Allah, später einziger Gott der Muslime, war damals eine der Hauptgottheiten Mekkas, wo noch etwa 300 weitere Götter und Göttinnen angebetet wurden
In Mekka wurde um 570 Mohammed als Sohn eines verarmten Koraischiten geboren. Im Jahr 610 erschien ihm auf dem Berg Hira der Erzengel Gabriel, der ihm verkündete, Mohammed sei der Apostel und Gesandte Gottes. Nach anfänglichem Zweifel begann Mohammed 613 in Mekka öffentlich zu predigen, was der Engel ihm verkündet hatte, u. a., dass Allah der alleinige Gott ist, vor dem alle Gläubigen gleich sind. Mohammeds Anhänger nannten diese neue Lehre „Islam” („Ergebung in den Willen Gottes”).

Mit seinen Predigten gab Mohammed

den armen Beduinen neue Perspektiven. Galt bislang nur Reichtum als Maßstab des Erfolges, so machte der Islam auch den Armen Hoffnung auf ein besseres dies- und vor allem jenseitiges Leben. Die reichen Koraischiten Mekkas bekämpften dagegen die neue Lehre, weil sie ihre Lebensweise in Frage stellte. Daher verließ Mohammed 622 Mekka in Richtung Jasrib, das nun den Namen „Medina” (Stadt des Gesandten) erhielt. Dieser Auszug Mohammeds, „Hedschra” genannt, gilt als Beginn der islamischen Zeitrechnung.

Mohammed verkündete auch soziale und gesetzgeberische Richtlinien. So verbesserte er die Stellung der arabischen Frau (z. B. Reduzierung der bis dahin unbeschränkten Polygamie auf eine Ehe mit vier Frauen, die alle gleich gut zu behandeln sind).

In vielen Aussagen des Koran,

des heiligen Buches der Muslime (das Wort Gottes, vermittelt durch Mohammed), finden sich Entsprechungen zum Alten und Neuen Testament. Das hängt damit zusammen, dass der Islam sich nicht als ganz neuen Glauben, sondern als endgültige Offenbarung nach den Vorläufern der jüdisch-christlichen Religionen verstand.

Schon bald gewann Mohammed Anhänger unter kriegerischen Beduinenstämmen, die durch den gemeinsamen Glauben ihre Stammesrivalitäten überwanden. Der Islam entwickelte sich zur Grundlage eines theokratischen Gemeinwesens, dessen sendungsbewuße Militanz sich zunächst gegen die Koraischiten Mekkas richtete, das 630 erobert und geistiges Zentrum des Islam wurde. Im Jahr 632 starb Mohammed. Es war ihm gelungen, die jüdisch-christliche Tradition eines einzigen Gottes und ein unterschwellig vorhandenes arabisches Nationalgefühl zu einen.

Fünf rituelle Pflichten,

die „fünf Säulen des Islam”, bestimmen das Leben eines Gläubigen bis zum heutigen Tag: der Glaube an den einen Gott, dessen Prophet Mohammed ist; das fünfmal täglich zu verrichtende Gebet; das Geben von Almosen (Zakat), wodurch der verbleibende Rest des Besitzes „gereinigt” wird; das Fasten im Monat Ramadan und schließlich die Pilgerfahrt nach Mekka (Hadsch), die jeder Muslim - falls er finanziell und körperlich dazu in der Lage ist - einmal in seinem Leben unternehmen soll. Das Erlebnis von Einheit und Stärke, das aus der Pilgerfahrt resultiert, trug wesentlich dazu bei, das arabische Reich zu einigen.

Nach dem Tod des Propheten entwickelte sich die religiöse Gemeinschaft des Islam durch Eroberungen zu einem machtvollen politischen Reich, in das die Muslime in kurzer Zeit Palästina, Syrien, Ägypten und fast ganz Persien eingliederten. Die einheimische Bevölkerung in diesen Gebieten empfing die Eroberer als Befreier von der byzantinischen und persischen Herrschaft. Die Araber ließen die bestehenden Verwaltungsorganisationen weit gehend unangetastet. Angehörigen der „Schriftreligionen” (Juden, Christen, Zarathustra-Anhänger) wurde gegen eine Kopfsteuer Religionsfreiheit gewährt. Mit der Eroberung im Zeichen des Islam ging also keine Zwangsbekehrung einher.

Die ersten vier „rechtgeleiteten” Kalifen

(Nachfolger Mohammeds), die das goldene Zeitalter des Islam begründeten, waren Abu Bakr, Omar I., Othman und Ali Ibn Abi Talib, dem sich aber mit Moawija I. ein Gegenkalif entgegenstellte. Die Anhänger Alis, die Schiiten, spalteten sich ab. Ihre islamische Konfession ist heute vor allem im Iran beheimatet. Moawija begründete die Omaijaden-Dynastie (661-750) mit der Hauptstadt Damaskus. Unter den Omaijaden breitete sich der Islam nach Nordafrika aus. 711 setzten die Araber bei Gibraltar nach Europa über und eroberten fast die gesamte Iberische Halbinsel. Im selben Jahr erreichten sie im Osten Indien.

Nachdem innere Konflikte die Omaijaden-Dynastie jahrzehntelang geschwächt hatten, wurde sie durch die Dynastie der Abbasiden abgelöst (750-1258), die von ihrer Hauptstadt Bagdad aus das islamische Reich 500 Jahre lang regierten. Unter ihnen ebbten die Eroberungskriege ab, und das Reich lebte in relativem inneren und äußeren Frieden. Der Islam hatte sich als religiöse und politische Macht durchgesetzt

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Napoleon I.
Kaiser der Franzosen 1804-1814/15
* 15. 8. 1769 Ajaccio, Korsika
† 5. 5. 1821 Longwood, St. Helena

(Napoleon Bonaparte, eigentlich Napoleone Buonaparte). Der aus einer korsischen Familie stammende Napoleon schlug die Militärlaufbahn ein, zeichnete sich im Kampf der Revolutionsarmee gegen die Royalisten aus (Toulon 1793) und stieg zum Brigadegeneral auf. Den Jakobinern zuneigend, wurde er nach dem Sturz Maximilien de Robespierres (1794) inhaftiert, protegiert von Paul Jean Barras jedoch bald freigelassen und vom Konvent mit der Niederschlagung des royalistischen Aufstands in Paris beauftragt (1795). Seit 1796 Oberbefehlshaber der Armee des Inneren, begründete er seinen militärischen Ruhm mit dem von ihm geleiteten italienischen Feldzug gegen Österreich 1796/97 (im Rahmen des 1. Koalitionskriegs seit 1792). Umgehend setzte er seinen Erfolg um in die Entfaltung einer selbständigen Politik (Friedensschluss mit dem Papst, Waffenstillstand mit Österreich, Gründung der Cisalpinischen eRepublik, Frieden von Campo Formio). Um den bedrohlich einflussreich gewordenen Napoleon zu neutralisieren, beauftragte ihn das Direktorium 1798 mit der großen Ägyptischen Expedition, die den Angriff auf Englands Weltmachtposition durch Eroberung Indiens einleiten sollte. Die Niederlage der französischen Flotte in der Seeschlacht bei Abukir gegen die Engländer unter Horatio Nelson (1798) und die gescheiterte Eroberung Akkons (1799) veranlassten Napoleon zur überraschenden vorzeitigen Rückkehr ohne Truppen, um in Paris die Machtfrage zu stellen



Am 18./19. Brumaire (9./10. 11. 1799) stürzte er - mit Hilfestellung seines Bruders Lucian Bonaparte - das Direktorium durch einen Staatsstreich, erhielt als erster Konsul auf 10 Jahre de facto die Alleinherrschaft und erklärte die Französische Revolution für beendet. Während er im 2. Koalitionskrieg (seit 1798) bedeutende Positionsverbesserungen erzielte (Frieden von Lunéville mit Österreich 1801, Frieden von Amiens mit England 1802) und ein Konkordat mit Papst Pius VII. erreichte, konsolidierte er im Inneren das Land auf der Basis wesentlicher Errungenschaften der Revolution. Durch umfassende soziale, administrative und rechtliche Reformen schuf er ein Epoche machendes einheitliches Organisationssystem der öffentlichen Belange, das seinen weitfahrenden außenpolitischen Plänen die Basis gab und das er - vor allem mit dem „Code Civil” (1804) - dem wenige Jahre später weit gehend eroberten Europa aufprägte. Durch Volksabstimmung ließ er sich 1802 zum Konsul auf Lebenszeit wählen. Damit verlieh er seiner faktisch cäsarischen Militärdiktatur schon monarchische Tendenzen, die mit der Einführung des erblichen Kaisertums und seiner Selbstkrönung zum „Kaiser der Franzosen” (1. Empire) volle Geltung gewannen (1804).

Sein Anspruch auf Hegemonie in Europa und seine weltpolitischen Gestaltungsabsichten implizierten die weitere kriegerische Konfrontation mit den europäischen Mächten seit 1803. 1805 wandelte er Italien zum Königreich und nahm selbst den Königstitel an. Nach den siegreichen Feldzügen in Deutschland (Dreikaiserschlacht von Austerlitz 1805, Schlacht bei Jena und Auerstedt gegen Preußen 1806) krönte er die Zerschlagung Preußens mit seinem triumphalen Einzug in Berlin. Mit der Gründung des frankreichhörigen Rheinbunds (1806), der Errichtung der Kontinentalsperre (1806-1813) gegen England und der Allianz mit Zar Alexander I. im Frieden von Tilsit (1807) stand Napoleon im Zenit seiner Macht, die er auf dem Erfurter Kongress 1808 glanzvoll demonstrierte.

Der außenpolitischen Entfaltung der Macht durch die militärische Überlegenheit seiner Heere blieben jedoch Grenzen gesetzt. Mit Spanien angefangen (1808), setzte eine Welle nationaler Erhebungen und der Neuorganisation gegen die Herrschaft Napoleons ein (u. a. preußische Reformen seit 1807, Krieg Österreichs 1809). Diese Widerstandsdynamik komplizierte Napoleons Zentralproblem der Niederzwingung des die Meere beherrschenden England. Nach dem Austritt Russlands aus der Kontinentalsperre (1811) schien Napoleon die Unterwerfung des Zarenreichs als Voraussetzung für einen Sieg über England unvermeidlich (1812). Die Katastrophe seiner Grande Armée bei diesem Unternehmen wurde zum Wendepunkt der napoleonischen Herrschaft (1812/13). In den Befreiungskriegen erlag Napoleon der übermächtigen Koalition Englandrusslandd-Österreich-Preußen-Schweden (Völkerschlacht bei Leipzig 1813). Der Fall von Paris, die Absetzung durch den Senat, die Abdankung Napoleons in Fontainebleau und seine Verbannung nach Elba folgten (1814). Die Episode der „100 Tage” nach der Rückkehr Napoleons von Elba (1. 3. 1815) endete mit seiner Niederlage in der Schlacht von Waterloo (18. 6.) und seiner Internierung auf Lebenszeit auf St. Helena, wo er starb. Mit der Rückkehr des Bourbonen Ludwig XVIII. auf den Königsthron begann die Restauration.

Die Ära der napoleonischen Herrschaft - das erste moderne Beispiel eines plebiszitären Despotismus auf der Grundlage einer Militärdiktatur - schuf mit der Vollendung und Überwindung der Französischen Revolution eine der wesentlichen Voraussetzungen für die moderne Geschichte Europas. Durch die Zertrümmerung einer antiquierten Staatenwelt bereitete sie den Boden für die Neuorganisation der Völker auf nationaler Basis. Die Kontinentalsperre beschleunigte durch den erzwungenen Aufbau eigenständiger Industrien die Industrielle Revolution.

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Der Aufstieg Russlands 1700-1725
Iwan IV., der erste Zar Russlands, hinterließ nach seinem Tode 1584 ein durch teure Kriege und inneren Terror ausgehöhltes Reich. Während des 17. Jahrhunderts gelang seinen Nachfolgern die Stabilisierung. Peter I., der Große, modernisierte Russland während seiner Amtszeit 1682/89-1725 durch Reformen nach westlichen Vorbildern. Außenpolitisch etablierte er Russland als beherrschende Macht im Ostseeraum und leitete die Expansion nach Südwesten und Süden ein.



Polen blieb der Hauptkonkurrent

des russischen Reiches nach dem Tode Iwans IV. und strebte eine Personalunion an. Erst mit der Thronbesteigung von Michail Fjodorowitsch 1613, dem ersten Herrscher aus dem Geschlecht der Romanow, setzte eine langsame Stabilisierung der Zarenmacht ein. Er bekämpfte die Anarchie im Innern und schloss mit Polen (1617) und Schweden (1634) Frieden. Die Grenzen des Reiches blieben aber unbefriedigend: Russland besaß keinen Zugang zur Ostsee, über die der Handel mit Europa abgewickelt wurde. Sibirien war ein noch weit gehend unerschlossener Raum. Im Süden hielten sich einzelne Mongolenherrscher. Das Osmanische Reich sperrte das Schwarze Meer und drohte mit einer territorialen Ausweitung nach Norden.

Eine erneute Westexpansion

wurde erst mit dem Regierungsantritt von Alexei Michailowitsch 1645 möglich. Im Norden blieb der Zar gegen das auf dem Höhepunkt seiner Macht stehende Schweden in einem Krieg 1656-1658 machtlos. Die heutigen russischen Ostseeterritorien blieben in der Hand der schwedischen Krone. Erfolgreich zeigte sich jedoch sein langjähriger Krieg gegen Polen, der 1667 mit der Annexion der Ukraine bis zum Dnjepr endete. Der polnische Staat als Hauptkonkurrent war damit ausgeschaltet. Die inneren Reformen des Zaren besaßen besonders durch ein 1649 erlassenes Gesetzbuch großes Gewicht: Es blieb bis ins 19. Jahrhundert hinein gültig und schrieb die Leibeigenschaft der Bauern (Schollengebundenheit) fest.

Der entscheidende Wandel

von einer regional bedeutsamen Macht zu einem Staat von europäischer Geltung vollzog Zar Peter I., der Große. 1689 entmachtete der erst 17-jährige seine Halbschwester Sophie und seinen Halbbruder Iwan V. und festigte seine Herrschaft endgültig 1698 mit der Niederschlagung der Strelitzen, den Angehörigen des ersten stehenden Heeres in Russland. Peter zeigte sich dem Westen gegenüber aufgeschlossen und war der tiefen Überzeugung, dass eine Modernisierung des veralteten russischen Staates mit seiner Cliquenherrschaft nur durch Einführung westlicher Technologien und Verwaltungsmethoden möglich sei. Das anfangs oberste Ziel des Herrschers war die Gewinnung von Territorien an der Ostseeküste, um den Handel mit Europa durch die dortigen, relativ eisfreien Häfen ganzjährig betreiben zu können. Dieses Ziel war nur durch die Niederschlagung Schwedens möglich. Letztlich dienten alle Reformen Peters des Großen der Steigerung der militärischen Effizienz des Staates durch Ausschöpfung seiner Ressourcen.

Der Große Nordische Krieg

von 1700 bis 1721 brachte Russland die lange begehrte Ostseeanrainerschaft. Auf verschiedenen, teilweise inkognito durchgeführten Reisen nach Westeuropa hatte Peter sich besonders für die englischen und niederländischen Schiffswerften interessiert. Wieder in Russland, wurde er zum Schöpfer der russischen Flotte, die die Ostsee beherrschen sollte. 1703 gründete er Sankt Petersburg im Nordwesten und etablierte es 1712 als neue Hauptstadt seines Reiches. Die Residenzstädte Westeuropas dienten als Vorbild für die aufwändige Architektur der neuen Zarenresidenz, die schnell als schönste Stadt Russlands galt. Im ganzen Reich ließ Peter (mit allerdings wechselndem Erfolg) Rüstungsbetriebe und neue Industriezweige begründen, um die Ausrüstung der russischen Armee auf das Niveau Westeuropas zu heben. 1721 schloss er mit Schweden den Frieden von Nystad, der Russland den Gewinn von Livland, Estland, Ingermanland und Teilen Kareliens einbrachte. Das Zarenreich löste Schweden als dominante Macht in Nordeuropa ab und war neben Großbritannien, Frankreich und Österreich zur vierten Großmacht Europas aufgestiegen.

Im Innern

förderte Peter I. die Verbreitung der Wissenschaft, die er ebenfalls als eines der Mittel zur Ausnutzung der Staatsressourcen betrachtete. Die Ausbildung der Offiziere wurde verbessert, die Beamten erhielten Schulungen in westlichen Verwaltungsmethoden. Der immer eifersüchtig seine Rechte wahrende und daher aufstandsbereite Adel wurde zwar wieder in die Staatsleitung einbezogen, doch verringerte der Zar die Anzahl der traditionell fest verwurzelten Erbämter. In wichtigen Bereichen der Staatsverwaltung führte er das Leistungs- und Eignungsprinzip ein. Generell waren alle Adeligen dienstpflichtig, sei es in der Armee oder in den zivilen Bereichen. Negativ bei aller Reformfreudigkeit des Zaren wirkte sich seine Sprunghaftigkeit aus. Anstehende Probleme und Konflikte wurden ad hoc und improvisiert gelöst. Dadurch ergab sich gerade in der Verwaltung eine undurchsichtige Kompetenzlage, die zu Reibungsverlusten führte.

Erste Expansionsversuche nach Süden

scheiterten bereits 1713, da sich das Osmanische Reich noch als zu mächtiger Gegner erwies. Nach dem Tod Peter des Großen 1725 nahmen seine Nachfolger die Konfrontationsstellung gegenüber den Osmanen aber erneut auf (russisch-türkische Kriege). Neben dem Westen und Mittelasien wurde der Drang nach Süden seit Peter dem Großen zu einer der tragenden Konstanten der russischen Außenpolitik, die das Zarenreich schließlich in Gegensatz zu den österreichischen Interessen auf dem Balkan bringen sollte. Diese Konstellation entlud sich schließlich fast 200 Jahre später nach zahlreichen Krisen europäischen Ausmaßes im Ersten Weltkrieg 1914-1918.

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Aufklärung und Revolution 1786-1815
Zwei politische Ereignisse in der Alten und Neuen Welt prägten in entscheidendem Maß die Entwicklung des 18. Jahrhunderts und veränderten den Gang der Weltgeschichte: Die nordamerikanische Unabhängigkeitsbewegung mit der Gründung der USA (1776) und die Französische Revolution (1789). Beide Ereignisse hatten ihren Ursprung im Gedankengut der Aufklärung, der übergreifenden und umwälzenden kulturellen und geistigen Bewegung des 18. Jahrhunderts.

Die Vernunft

war der zentrale Aspekt der Aufklärung, sie wurde zum Prüfstein aller Erkenntnis und aller Erklärungen in der Welt. Aufklärung war von der Fähigkeit des Menschen überzeugt, sich selbst zu vervollkommnen. Jeder Einzelne war in seiner Entscheidung autonom und frei, jeder geschichtlichen Geprägtheit des Individuums wurde eine Absage erteilt. Der Königsberger Philosoph Immanuel Kant fasste diese Überzeugung im „Sapere aude” zusammen - „habe den Mut, dich deines Verstandes zu bedienen”. Logische Folge dieser Geistesbewegung war die allgemeine Enttheologisierung des Denkens. Der Mensch, nicht mehr Gott, stand nun im Mittelpunkt der Betrachtungen. Erstmals in der Geschichte stand die zeitgenössische Philosophie im grundsätzlichen Gegensatz zu Kirche, Religion und zum Christentum. Fortschrittsglaube und ungehemmter Optimismus rüttelten an den Fundamenten der sakral legitimierten Fürsten im Absolutismus.

Der Staat wurde neu definiert

und seine Mitglieder erschienen als gleichberechtigte Teile eines Ganzen. Einen ersten Schritt unternahm der englische Philosoph John Locke im ausgehenden 17. Jahrhundert. Aus seiner Naturrechtslehre leitete er das Recht eines jeden Menschen auf Leben, Freiheit und Eigentum ab. Um dieses Naturrecht vor Rechtsbrechern zu sichern, schlossen sich die Menschen auf freiwilliger Basis und vernunftgeleiteten Motiven zusammen. Dieser „Gesellschaftsvertrag” wurde von Locke als die Basis der Staatlichkeit gesehen. Die Staatsmacht benötigte die Anerkennung aller Staatsmitglieder und sollte vornehmlich der Wahrung der Naturrechte dienen - die als Menschenrechte in die Verfassungen der USA und des revolutionären Frankreich einflossen. Um Diktaturen, also Machtakkumulationen einzelner, zu verhindern, forderte der französische Jurist und Philosoph Baron de Montesquieu die Gewaltenteilung. Die staatliche Gewalt sollte in Legislative (gesetzgebende Gewalt), Exekutive (ausführende Gewalt) und Judikative (rechtsprechende Gewalt) gesplittet werden, wobei alle drei Säulen der Macht in verschiedenen Händen liegen müssten und einander kontrollieren. Den letzten Schritt hin zum modernen Verfassungsstaat vollzog der Genfer Philosoph Jean-Jacques Rousseau, der die Gesamtheit des Volkes zum Souverän im Staat erhob. Die Machtträger wurden als wählbare und absetzbare Mandatsträger eines allgemeinen Volkswillens begriffen.

Die Gründung der USA

verhalf den Überzeugungen der großen Denker erstmals zu politischer Wirklichkeit. Konflikte um Steuerzahlungen der Kolonisten an das durch teure Kriege ausgelaugte Großbritannien führten zu einer Eskalation, da sich die britischen Kolonialherren weigerten, den nordamerikanischen Siedlern politische Mitspracherechte einzuräumen. Als Kompromisse nicht mehr erreichbar erschienen, erfolgte - nach Ausbruch der Kampfhandlungen - die Unabhängigkeitserklärung von 13 nordamerikanischen Kolonien. In diesem Dokument wurde der Widerstand mit Rückgriff auf das „Common Law” rechtlich legitimiert und erstmals in der Geschichte eine Kodifizierung der Menschenrechte vorgenommen. Die 1787 erlassene Verfassung enthält alle wesentlichen Inhalte der Aufklärung, wie sie von Locke, Montesquieu, Rousseau und anderen formuliert worden waren. Diese liberale, föderalistische Demokratie auf dem Grundsatz der Gleichheit und Freiheit der Bürger (unter Ausklammerung der Indianer und Sklaven) wurde für Europa zum Vorbild.

Die Französische Revolution

entsprang einer tiefen, gesellschaftlichen Krise des herrschenden Ancien Régime. Missernten verschärften das ohnehin schwierige Los des damals bevölkerungsreichsten Landes Europas. Die Staatsfinanzen waren desolat, da die reichen Adligen und der Klerus von der Steuerpflicht befreit waren und die Einnahmen insbesondere dem ausgesprochen teuren höfischen Leben zugute kamen. König Ludwig XVI. entschloss sich daher, 1789 die Generalstände einzuberufen. Vertreter der Kirche (1. Stand), des Adels (2. Stand) und des reichen Bürgertums (3. Stand) sollten gemeinsam Beschlüsse fassen, um die Staatskrise zu bewältigen. Längst aber hatten viele Angehörige des 3. Standes ein Elitebewusstsein entwickelt, das sie in unversöhnlichen Gegensatz zur maroden Herrschaftsschicht aus König, Klerus und Adel setzte. Bei der Versammlung kam es zum Eklat: Der 3. Stand separierte sich von den anderen Vertretern und konstituierte sich als Nationalversammlung, wobei sich die Bürger als eigentlicher Körper dieser „Nation” definierten. Die Erstürmung der Bastille am 14. Juli 1789 durch einen Volksaufstand symbolisiert den Beginn der Revolution, die aber genau genommen bereits in vollem Gange war. Im weiteren Verlauf wurde die Revolution ein Opfer ihrer eigenen Radikalität: Blutige Schreckensherrschaften einzelner (Robespierre) oder die Hinrichtung Ludwigs XVI. 1792 kosteten viele Sympathien im Ausland. Der Krieg gegen das restliche Europa, der 1792 ausbrach, wurde zum allübergreifenden Problem der Revolution und förderte den Aufstieg Napoleon Bonapartes, der 1799 an der Spitze einer Militärdiktatur die Macht an sich riss und die Revolution für beendet erklärte. Das Gedankentum von „Liberté, Egalité, Fraternité” (Freiheit, Gleichheit, Brüderlichkeit) fand jedoch durch die napoleonischen Kriege (bis 1814/15) in ganz Europa Verbreitung und leitete mit Zwischenphasen vom Absolutismus zum bürgerlichen Zeitalter der Nationalstaaten über.

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danke dir emegıne saglık

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