Jugend vor der Glotze / Gençlik televizyonun önünde (Almanca metin)

Başlatan 3,14, Temmuz 03, 2011, 11:34:24 ÖS

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--> Jugend vor der Glotze

Die meisten Menschen sehen regelmäßig fern. Viele tun es, weil ihnen manchmal langweilig ist. Immer mehr tun es, weil sie vor lauter Fernsehen verlernt haben, wie man sich sonst noch beschäftigen kann. Viele Kinder sehen fern, weil sie allein zuhause sind und niemand Nein sagt. Immer mehr tun es, weil es bequemer ist, zu glotzen als zu lesen oder zu kicken. Die meisten Eltern wissen, dass ihre Kinder eigentlich nicht so viel fernsehen sollten. Vielen Eltern ist das egal. Immer mehr Mütter und Väter sind froh, dass ihre Kinder vor der Glotze aufgeräumt sind.

Zwei Psychologen von der Universität Freiburg, Michael Myrtek und Christian Scharff, haben in der aufwendigen Studie die gravierenden Folgen von übermäßigem Fernseh-Konsum auf Schüler belegt. Sie haben wissenschaftlich bewiesen, dass Fernsehen tatsächlich einsam und abgestumpft macht, dass die Schulnoten von Vielsehern schlechter sind als die von Wenigsehern, und dass die Vielseher viel mehr Stress im wirklichen Leben empfinden als Wenigseher.

Für all diese Erkenntnisse bekamen sie im Mai 2001 den mit 25.000 Euro dotierten Wissenschaftspreis ,,Sicherheit für das Kind", den ein Komitee von Ärzten und Wissenschaftlern unregelmäßig verleiht und den die Winterthur-Versicherung spendiert. Der renommierte Münchner Kinderpsychiater Jobst Martinius, Vorsitzender des Komitees, begründete die Wahl damit, dass Myrtek und Scharff mit ihrer Forschung dazu beigetragen hätten, die allzu simple ,,Nachahmungstheorie" durch eine differenzierte Erklärung für schädliche Wirkungen des Fernsehens zu ersetzen. ,,In der Literatur wird gern der Extremfall herangezogen, dass ein Jugendlicher einem anderen mit dem Messer die Kehle aufschlitzt und dann sagt, das habe er so im Fernsehen gesehen. Aber es ist bei Ursache und Wirkung zu kurz gegriffen, wenn man behauptet, Fernsehen mache gewalttätig", sagte Martinius.

Die Studie der Freiburger Wissenschaftler belege vielmehr, dass Jugendliche, die viel fernsehen, einerseits emotional abstumpfen und andererseits den realen Alltagsstress weitaus weniger gut verkraften könnten als Wenigseher. ,,Das zeigt, dass der Abstand zwischen virtueller Welt und Realität mit zunehmendem Fernsehkonsum immer größer wird." Vereinfacht gesagt, heißt das, das also Jugendliche, die zu oft und zu lange vor der Glotze sitzen, im allerschlimmsten Falle deshalb den Messerstecher aus dem Fernsehen nachahmen, weil sie das wirkliche Leben nicht mehr meistern, weil sie es als anstrengender, komplizierter und bedrohlicher empfinden als alles, was sie in der Glotze sehen.

Myrtek und Scharff arbeiten in der ,,Forschungsgruppe Psychophysiologie" der Universität Freiburg. Sie haben bei je 100 Schülern von elf und 15 Jahren einen Tag und eine Nacht lang Herzfrequenz und die Bewegungsaktivität gemessen; außerdem mussten die Jugendlichen alle 15 Minuten per Knopfdruck angeben, wie sie sich gerade fühlten.  Indem Herzfrequenz und Bewegungsaktivität stetig verglichen wurden, konnte auch gemessen werden, wie aufgeregt oder emotional belastet die Schüler waren.

Dann trennten bei Forschung die beiden Altersgruppen noch einmal in Vielseher und Wenigseher. Bei den Elfjährigen sehen die Vielseher bis zu knapp drei Stunden täglich, die Wenigseher weniger als eine Stunde. Bei 15-Jährigen schauen die Vielseher knapp dreieinhalb Stunden, die Wenigseher mehr als eine. Beide Gruppen von Vielsehern verbringen damit im Durchschnitt mehr Zeit pro Jahr vor dem Fernsehen als in der Schule oder mit der Familie.
Nicht sehr überraschend war jener Teil der Ergebnisse, den andere Studien bereits vorweggenommen hatten. Natürlich kann ein Kind, das viel fernsieht, weniger Sport machen, weniger Freunde treffen, weniger mit anderen reden. Der Bewegungsdrang geht generell zurück. Wer viel vor der Glotze sitzt, reagiert sich also hinterher nicht mit Sport oder Spiel ab. Vielseher spielen auch seltener ein Instrument. Und naturgemäß sitzen und liegen sie öfter als Wenigseher, was nicht gesund ist.

Interessant und komplizierter wird es aber beim Vergleich von Fernsehen und Schule. Die jüngeren Kinder waren beim Fernsehen viel stärker emotional mitgenommen als älteren. Wer viel glotzt, stumpft dabei also im Laufe der Zeit emotional ab. Beide Altersgruppen fanden hingegen subjektiv den Schulalltag weniger aufregend und anstrengend als Fernsehen. Die auffälligste Erkenntnis aber war, dass ältere Jugendliche, die viel fernsehen, mit den höchsten Stress-Werten auf die Schule reagierten. Und ihre Noten sind am schlechtesten, vor allem in Deutsch.
Das ist eigentlich klar: Wer keine Zeit hat zum Lesen oder zum Reden, der kann schlechter schreiben und erzählen. Und wer in der Schule schlecht ist, weil er so viel fernsieht, flüchtet sich zurück zum Fernsehen.

Myrtek und Scharff, die beiden Psychologen, fanden ihre Erkenntnisse genauso bedrohlich wie Martinius und sein Komitee ,,Sicherheit für das Kind". Die Forscher selbst sind in der Interpretation ihrer Arbeit aber vorsichtiger. Den Konnex zur Theorie von Gewalttätigkeit als Reaktion auf übermäßigen Konsum von Gewalt im Fernsehen findet Myrtek zwar nahe liegend. Aber weil er ihn nicht explizit untersucht hat, geht er nicht so weit wie sein Laudator Martinius: ,,Wir waren tatsächlich erstaunt, belegen zu können, welch starken Einfluss der Fernseh-Konsum auf die Emotionen hat. Aber ich würde mich darauf beschränken, zu sagen: Ältere Vielseher bekommen Schwierigkeiten in der Schule und kommen nicht mehr mit. Das empfinden sie als belastend, und das wiederum kann die Aggressivität fördern."

Auf die Idee, die körperlich-emotionalen Auswirkungen von Fernsehen auf Jugendliche zu untersuchen war Professor Myrtek übrigens wegen seines eigenen Sohnes gekommen, der ,,vollkommen aufs Glotzen fixiert" war. Myrteks Sohn nahm an der Studie als Proband teil. Private Konsequenzen hat der Vater aus den auch für seinen Sohn nicht erfreulichen Ergebnissen der Studie allerdings nicht bezogen. ,,Die Erziehungsarbeit erledigt überwiegend meine Frau", so teilt er mit.

(Cathrin Kahlweit; Süddeutsche Zeitung 10.5.2001; gekürzt)

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Jugend vor der Glotze (unbekannte Wörter aus dem Text)



Glot•ze die; -, -n; meist Sg, gespr pej  Fernsehapparat <vor der Glotze sitzen>

Fern•se•hen das; -s; nur Sg;
1 eine Technik, mit der man über große Entfernungen Bilder und Ton übermitteln kann: Das Fernsehen ist eine Erfindung des 20. Jahrhunderts
|| K-: Fernsehantenne, Fernsehgerät, Fernsehmechaniker
|| -K: Farbfernsehen, Schwarzweißfernsehen
2 die Institution, die das Fernsehen (1) organisiert: Das Fernsehen bringt ab nächster Woche eine neue Familienserie
|| K-: Fernsehansager, Fernsehanstalt, Fernsehgebühren, Fernsehjournalist, Fernsehreportage, Fernsehreporter, Fernsehsprecher, Fernsehstudio, Fernsehübertragung
3 das Programm, das vom Fernsehen (2) gesendet wird: Was gibt es heute Abend im Fernsehen?; Sie ist schon mal im Fernsehen aufgetreten
|| K-: Fernsehfilm, Fernsehkommentar, Fernsehprogramm, Fernsehsendung, Fernsehserie, Fernsehzeitschrift, Fernsehzuschauer
4 gespr  Fernseher

Fernsehen und Radio
In Deutschland gibt es zwei öffentliche Fernsehsender, die landesweit senden. Dies sind die ARD, auch das erste Programm genannt, und das ZDF oder zweite Programm. Die so genannten dritten Programme sind regionale Sender wie zum Beispiel der  Westdeutsche Rundfunk (WDR, mit Sitz in Köln), der  Bayerische Rundfunk (BR, München), der Hessische Rundfunk (HR, Frankfurt am Main) und der Südwestfunk (SWR, Baden-Baden und Stuttgart). ARTE wurde von der französischen und deutschen Regierung geschaffen und ist besonders der Verbreitung der europäischen Kultur gewidmet.

1984 wurden auch private Sender erlaubt. Sehr verbreitet sind zum Beispiel SAT 1, RTL, RTL 2, PRO 7 und KABEL 1. Die öffentlichen regionalen Sender bieten meist auch eigene Radioprogramme an, es gibt verschiedene Musikprogramme und spezielle Nachrichtenprogramme. Daneben gibt es den staatlichen Sender Deutschlandradio, die Deutsche Welle, einen internationalen Sender, und eine Vielzahl privater Radiostationen.

In Deutschland muss von jedem Haushalt, der ein Radio- oder Fernsehgerät besitzt, eine Rundfunk- und Fernsehgebühr an die GEZ (Gebühreneinzugszentrale) bezahlt werden, die der Finanzierung der öffentlichen Sender dient. Die privaten Sender finanzieren sich allein über die Werbung.

ver•ler•nen; verlernte, hat verlernt; [Vt] etwas verlernen etwas, das man eigentlich kann, allmählich vergessen, weil man es so selten tut

Zu•hau•se das; -s; nur Sg; das Haus, die Wohnung oder der Ort, wo man lebt oder wo man aufgewachsen ist (und sich wohl fühlt) <ein schönes, kein Zuhause haben; irgendwo, bei jemandem ein zweites Zuhause finden>
|| NB: aber: Ich bin jetzt zu Hause

glot•zen; glotzte, hat geglotzt;
[Vi] gespr pej;

1 (irgendwie) glotzen starr und konzentriert auf etwas schauen und dabei eine dumme Miene machen: Glotz nicht so (dämlich)!
2  fernsehen

ki•cken; kickte, hat gekickt; gespr;
[Vt]
1 etwas irgendwohin kicken  schießen1 (4) <den Ball ins Tor, ins Aus kicken>;
[Vi]
2 Fußball spielen
|| zu 2 Ki•cker der; -s, -

Psy•cho•lo•ge der; -n, -n;
1 jemand, der Psychologie (1) studiert hat
|| -K: Betriebspsychologe, Diplompsychologe, Gerichtspsychologe, Kinderpsychologe, Schulpsychologe
2 jemand, der die Fähigkeit hat, Menschen richtig einzuschätzen <ein guter, schlechter Psychologe>
|| hierzu Psy•cho•lo•gin die; -, -nen

Freiburg deutscher Ortsname

Michael Myrtek
Psychologisches Institut der Albert-Ludwigs-Universität Freiburg
Forschungsgruppe Psychophysiologie
Belfortstr. 20 Hinterhaus * D-79085 Freiburg im Breisgau
email: myrtek@psychologie.uni-freiburg.de

Automatisch generiert am Dienstag, 25. April 1995

Christian Scharff




auf•wen•den; wandte/wendete auf, hat aufgewandt/aufgewendet; [Vt] etwas (für etwas) aufwenden etwas verwenden oder einsetzen (meist um ein Ziel zu erreichen) <viel Energie, Zeit, Geld für ein Vorhaben, einen Plan aufwenden>: Sie musste ihre ganze Kraft aufwenden, um die Kiste in das Auto zu heben
|| Aufwand

Auf•wand der; -(e)s; nur Sg; alles, was eingesetzt oder verwendet wird, um ein Ziel zu erreichen oder um einen Plan zu realisieren <unnötigen, übertriebenen Aufwand betreiben>: Mit einem Aufwand von mehreren Millionen Euro baute die Stadt ein neues Theater; So viel Aufwand lohnt sich nicht
|| -K: Arbeitsaufwand, Zeitaufwand

Stu•die [-] die; -, -n;
1 eine Studie (zu etwas, über etwas (Akk)) eine schriftliche wissenschaftliche Arbeit  Untersuchung (2): eine Studie über die Ursachen des Waldsterbens
2 eine einfache Zeichnung, mit der ein Maler ausprobiert, wie etwas aus einer bestimmten Perspektive o.Ä. aussieht <Studien anfertigen>

gra•vie•rend [--]
1 Partizip Präsens; gravieren
2 Adj; nicht adv, geschr; (im negativen Sinne) von großer Bedeutung  schwer wiegend <ein Fehler, ein Unterschied>

gra•vie•ren [--]; gravierte, hat graviert;
[Vt]
1 etwas in etwas (Akk) gravieren Linien (Ornamente oder eine Schrift) meist in ein hartes Material, z.B. Metall oder Glas, schneiden
2 etwas gravieren etwas schmücken, indem man es mit einer Gravur versieht: einen Pokal, einen Ring gravieren
|| hierzu Gra•vie•rung die
|| Gravur

Gra•vur [-] die; -, -en; eine Schrift oder eine Verzierung, die in etwas (ein)graviert ist

ü•ber•mä•ßig Adj;
1 größer oder intensiver als normal (oder angemessen)  extrem1 (1): ein übermäßiger Alkoholkonsum; übermäßige Anstrengungen
2 nur adv; verwendet, um Adjektive, Adverbien oder Verben zu verstärken  extrem2: übermäßig hohe Gebühren verlangen

Kon•sum2 der; -s, -s; (A) oder hist (DDR) ein (Lebensmittel)Geschäft (der Konsumgenossenschaft)

Ge•nos•sen•schaft die; -, -en; eine Organisation meist von Bauern oder Handwerkern, die sich zusammengeschlossen haben und z.B. gemeinsam Maschinen kaufen oder gemeinsam den Verkauf ihrer Produkte organisieren
|| K-: Genossenschaftsbank, Genossenschaftsbauer
|| -K: Landwirtschaftsgenossenschaft, Produktionsgenossenschaft
|| hierzu Ge•nos•sen•schaf•ter, Ge•nos•sen•schaft•ler der; -s, -; Ge•nos•sen•schaf•te•rin, Ge•nos•sen•schaft•le•rin die; -, -nen; ge•nos•sen•schaft•lich Adj

be•le•gen; belegte, hat belegt;
[Vt]
1 etwas (mit etwas) belegen etwas mit einem Belag bedecken: einen Tortenboden mit Erdbeeren, ein Brot mit Wurst belegen
2 etwas (mit/durch etwas) belegen etwas besonders durch einen Beleg nachweisen oder beweisen: Ausgaben, Spenden durch Quittungen belegen; eine Behauptung mit einem Zitat belegen
3 etwas belegen sich besonders als Student für eine Vorlesung, ein Seminar o.Ä. einschreiben <einen Kurs, eine Vorlesung belegen>
|| K-: Belegbogen
4 etwas belegen (als Sportler) in einem Wettkampf einen bestimmten Rang erreichen: den zweiten Platz belegen
5 jemanden/etwas mit etwas belegen bewirken, dass etwas (meist Unangenehmes) für jemanden/etwas zur Pflicht wird <jemanden mit einer Strafe, mit einem Bußgeld belegen>: Zigaretten mit einer höheren Steuer belegen
|| zu 2 und || Belag

Be•lag der; -(e)s, Be•lä•ge;
1 eine Schicht aus einem bestimmten Material, mit der etwas bedeckt wird, um es besonders vor Abnutzung oder Reibung zu schützen: die Straße/den Fußboden mit einem neuen Belag versehen
|| -K: Fußbodenbelag, Straßenbelag
2 nur Sg; eine dünne Schicht besonders aus Schmutz oder Bakterien, die sich auf etwas gebildet hat <ein Belag auf der Zunge, auf den Zähnen, auf dem Spiegel>
|| -K: Staubbelag; Zahnbelag
3 nur Sg; das, was man besonders auf eine Scheibe Brot oder ein Brötchen legt (z. Belag Wurst, Käse)
|| -K: Brotbelag

wis•sen•schaft•lich Adj;
1 die Wissenschaft betreffend <eine Tagung, eine Zeitschrift>
2 auf den Prinzipien einer Wissenschaft basierend <eine Untersuchung, eine Methode; wissenschaftlich arbeiten, denken>: eine wissenschaftlich fundierte These

Wis•sen•schaft die; -, -en;
1 alle Tätigkeiten, die mit dem systematischen Erforschen verschiedener Bereiche der Welt zusammenhängen, um diese besser verstehen und erklären zu können
|| -K: Naturwissenschaft, Literaturwissenschaft, Sprachwissenschaft
2 ein bestimmter Bereich, der mit den Methoden der Wissenschaft (1) erforscht wird: Die Biogenetik ist eine relativ junge Wissenschaft
3 Kollekt; die Gesamtheit der Wissenschaftler

be•wei•sen; bewies, hat bewiesen; [Vt]
1 (jemandem) etwas beweisen jemandem mithilfe besonders von Tatsachen und Argumenten die Richtigkeit einer Behauptung, Vermutung o.Ä. zeigen  nachweisen: Es lässt sich nicht mehr beweisen, ob der Angeklagte zur Tatzeit angetrunken war; Ich werde dir noch beweisen, dass meine These richtig ist
2 (jemandem) etwas beweisen jemandem deutlich zeigen, dass man eine bestimmte innere Haltung oder eine bestimmte Fähigkeit hat <seine Ausdauer, seine Hilfsbereitschaft, seine Klugheit, seinen Mut beweisen>: durch die richtigen Worte sein Einfühlungsvermögen beweisen; Sein Verhalten beweist jedem, dass er sehr egoistisch ist
3 etwas beweisen Math; durch Schlussfolgerungen zeigen, dass eine These oder ein Lehrsatz richtig ist: Ein Axiom kann man nicht beweisen

ab•stump•fen; stumpfte ab, hat/ist abgestumpft;
[Vt] (hat)
1 etwas abstumpfen etwas stumpf machen <Ecken, Kanten abstumpfen>;
[Vt/i] (hat)
2 etwas stumpft (jemanden) ab etwas macht jemanden gefühllos und apathisch: Die Ereignisse haben ihn abgestumpft;
[Vi] (ist)
3 etwas stumpft ab etwas wird stumpf <eine Spitze, eine Schere>
4 jemand/etwas stumpft ab jemand/etwas wird gefühllos <Menschen; jemandes Gefühle, jemandes Gewissen>
|| zu 2 und

emp•fin•den; empfand, hat empfunden;
[Vt]
1 etwas empfinden ein bestimmtes (körperliches oder seelisches) Gefühl haben <Durst, Hitze, Schmerzen empfinden; Liebe, Angst, Trauer, Hass empfinden>
2 etwas als etwas empfinden von etwas eine bestimmte Meinung, einen bestimmten Eindruck haben: Was du da Musik nennst, empfinde ich als (puren) Lärm
3 (sehr) viel für jemanden empfinden jemanden (sehr) gern mögen
4 jemand empfindet nichts für jemanden jemand ist jemandem gleichgültig

Er•kennt•nis die; -, -se;
1 meist Pl; ein neues Wissen, das jemand durch wissenschaftliches Forschen oder durch Nachdenken bekommt: Aus dieser Testreihe sollen Erkenntnisse über die Ursachen von Krebs gewonnen werden
2 die Einsicht, dass etwas so ist oder so getan werden muss <zu einer Erkenntnis gelangen, kommen; sich einer Erkenntnis nicht verschließen können>: Die Politiker sind zu der Erkenntnis gekommen, dass der Umweltschutz bisher vernachlässigt worden ist
3 nur Pl, Admin geschr; Informationen über kriminelle o.Ä. Taten einer Person, die die Polizei oder ein Geheimdienst hat: Der Regierung liegen neue Erkenntnisse über den internationalen Terrorismus vor

do•tie•ren; dotierte, hat dotiert;
[Vt]
1 etwas (mit etwas) dotieren für eine meist relativ hohe Position in der Wirtschaft oder in der Verwaltung ziemlich viel Geld bezahlen: Seine neue Stellung ist mit 6000 Euro im Monat dotiert
|| NB: meist im Zustandspassiv!
2 etwas mit etwas dotieren einen Wettkampf mit dem genannten Preisgeld ausstatten: ein mit 15000 Euro dotiertes Pferderennen
|| NB: meist im Partizip Perfekt!
|| hierzu Do•tie•rung die

Ko•mi•tee das; -s, -s; Kollekt; eine Gruppe von Personen, die mit einem bestimmten Ziel an einer gemeinsamen Aufgabe arbeiten und Entscheidungen treffen <einem Komitee angehören; das Komitee tagt, tritt zusammen>: das Internationale Olympische Komitee
|| -K: Festkomitee, Friedenskomitee, Jugendkomitee, Streikkomitee, Wahlkomitee

ver•lei•hen; verlieh, hat verliehen;
[Vt]
1 etwas (an jemanden) verleihen jemandem etwas für eine bestimmte Zeit geben (und meist Geld dafür verlangen)  jemandem etwas leihen: Da drüben in dem Geschäft verleihen sie Fahrräder; Ich verleihe meine Bücher nur noch an Leute, die sorgfältig mit ihnen umgehen
2 jemandem etwas verleihen jemandem einen Preis geben, um ihn zu ehren <jemandem einen Preis, einen Orden, einen Titel verleihen>
3 etwas verleiht jemandem etwas etwas gibt jemandem etwas Positives <etwas verleiht jemandem neue Kraft, neuen Mut>
4 seinen Worten Nachdruck verleihen etwas (durch Gesten o.Ä.) besonders betonen
|| zu 1 Ver•lei•her der; -s, -;
|| hierzu Ver•lei•hung die

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spen•die•ren; spendierte, hat spendiert; [Vt] (jemandem) etwas spendieren gespr; meist ein Getränk oder ein Essen für jemanden bezahlen  ausgeben (3): seinen Mitarbeitern ein Abendessen spendieren
|| hierzu spen•dier•freu•dig Adj

re•nom•mie•ren; renommierte, hat renommiert; [Vi] (mit etwas) renommieren geschr  prahlen: mit seinem Titel renommieren wollen
|| K-: Renommiersucht

prah•len; prahlte, hat geprahlt; [Vi] (mit etwas) prahlen voll übertriebenem Stolz erzählen, was man alles hat oder geleistet hat (oder haben will)  angeben (5): gern mit seinen Erfolgen prahlen
|| hierzu prah•le•risch Adj

Psy•chi•a•ter [] der; -s, -; ein Arzt, der Krankheiten der Psyche feststellt und behandelt <zu einem Psychiater gehen>: Das Gericht forderte das Gutachten eines Psychiaters an

Jobst Martinius



bei•tra•gen (hat) [Vt/i] (etwas) zu etwas beitragen einen Beitrag (2) zu einer Sache leisten, an der meist viele Menschen interessiert sind <sein(en) Teil zu etwas beitragen>: viel, wenig, nichts zur Sicherung des Friedens, zum Gelingen eines Abends beitragen; Louis Pasteur trug viel dazu bei, Bakterien zu erforschen

all•zu2 mit Adj und Adv, sehr produktiv; viel zu; allzu früh, allzu gern, allzu sehr, allzu viel, allzu wenig

sim•pel; simpler, simpelst-; Adj; gespr, oft pej;
1 so, dass es jeder verstehen und machen kann  einfach1 (1), leicht  kompliziert, schwierig <eine Arbeit, eine Aufgabe, eine Methode; etwas simpel ausdrücken, erklären>: Komm her, ich zeig dir, wie das geht, es ist ganz simpel
2 ohne besondere Merkmale, Qualitäten (und ohne Luxus)  einfach1 (2)  besonder- <ein Essen, ein Gasthaus, ein Auto, ein Haus>: eine simple Angestellte sein; ein ganz simples Fahrrad ohne Gangschaltung
3 einfach und allen bekannt  normal, selbstverständlich: Er kennt die simpelsten Regeln des Anstands nicht, sonst hätte er sich wohl längst entschuldigt
4 ohne jede Begabung  beschränkt: jemand macht einen simplen Eindruck
|| NB: simpel  eine simple Arbeit
|| zu 1 Simp•li•zi•tät die; -; nur Sg; geschr


Nachahmungstheorie





dif•fe•ren•zie•ren; differenzierte, hat differenziert; [Vi] (zwischen etwas (Dat) und etwas (Dat)/zwischen <Dingen>) differenzieren geschr; (bei der Beurteilung von etwas) feine und genaue Unterschiede machen: differenzierte Methoden; Unser Chef differenziert genau zwischen privaten und beruflichen Angelegenheiten
|| hierzu Dif•fe•ren•zie•rung die

schäd•lich Adj; schädlich (für jemanden/etwas) mit negativen Folgen für jemanden/etwas  unschädlich <Einflüsse, Stoffe, Wirkungen, ein Zusatz; etwas wirkt sich schädlich aus>: Alkohol ist schädlich für die Gesundheit; Die schädliche Wirkung von radioaktiven Strahlen zeigt sich oft erst nach vielen Jahren
|| -K: gesundheitsschädlich
|| hierzu Schäd•lich•keit die; nur Sg

Li•te•ra•tur die; -, -en;
1 alle Gedichte, Dramen, Geschichten und Romane (die von relativ hoher Qualität sind)  Belletristik, Dichtung <die moderne, zeitgenössische, triviale, anspruchsvolle Literatur; etwas geht in die Literatur ein, zählt zur Literatur>: die deutschsprachige Literatur; die Literatur der Aufklärung, der Romantik
|| K-: Literaturepoche, Literaturgattung, Literaturgeschichte, Literaturkritik, Literaturlexikon, Literaturnobelpreis, Literaturpreis, Literaturwissenschaft, Literaturzeitschrift; literaturgeschichtlich, literaturkritisch, literaturwissenschaftlich
|| -K: Trivialliteratur
2 die Literatur (zu/über etwas) nur Sg; alles, was über ein bestimmtes Thema oder Fachgebiet geschrieben wurde <die wirtschaftliche, juristische, psychologische, medizinische Literatur; die Literatur zu einem Thema kennen, zitieren>: bei einer wissenschaftlichen Arbeit die Literatur der Fachzeitschriften berücksichtigen
|| K-: Literaturangabe, Literaturhinweis, Literaturnachweis, Literaturverzeichnis
|| -K: Fachliteratur, Sekundärliteratur

Ext•rem das; -s, -e; etwas, das vom Normalen sehr stark abweicht <ein Zustand, ein Maß, eine Meinung>: einen Mittelweg zwischen politischen Extremen suchen
|| K-: Extremfall, Extrempunkt, Extremsituation, Extremwert
|| ID von einem Extrem ins andere fallen von einer (einseitigen) Meinung zu einer ganz anderen wechseln oder ein extremes Verhalten durch ein anderes ersetzen; etwas bis ins/zum Extrem treiben  etwas auf die Spitze treiben
anderes ersetzen; etwas bis ins/zum Extrem treiben  etwas auf die Spitze treiben

he•ran•zie•hen
[Vt] (hat)
1 heran-
2 jemanden zu etwas heranziehen jemanden an eine bestimmte Arbeit gewöhnen: die Kinder zu Arbeiten im Haushalt heranziehen
3 jemanden heranziehen einen Experten bitten, etwas zu beurteilen oder zu entscheiden  einschalten: Der Stadtrat zog zur Klärung der rechtlichen Lage einen Juristen heran
4 etwas heranziehen etwas besonders als Beweis vorlegen  geltend machen: Der Rechtsanwalt zog mehrere Paragraphen heran, die als Grundlage für eine Milderung der Strafe dienen sollten
5 etwas heranziehen sich um junge Tiere oder Pflanzen kümmern, bis sie groß sind: Ferkel heranziehen; Tomatenpflanzen heranziehen;
[Vi] (ist)
6 etwas zieht heran etwas nähert sich: Ein Gewitter zieht heran

he•ran- im Verb, betont und trennbar, sehr produktiv; Die Verben mit heran- werden nach folgendem Muster gebildet: herankommen - kam heran - herangekommen heran- bezeichnet die Richtung von irgendwoher zu einem Objekt hin oder näher zum Sprecher oder Erzähler hin  her-  weg-; herankommen: Auf der Safari kamen die Elefanten bis auf wenige Meter an uns heran  Die Elefanten kamen ganz in unsere Nähe ebenso: jemanden/etwas (an jemanden/etwas) heranführen, jemanden/etwas (an jemanden/etwas) heranlassen, jemanden/etwas (an jemanden/etwas) herantragen, jemanden/etwas (an jemanden/etwas) heranziehen; (an jemanden/etwas) herandürfen, (an jemanden/etwas) heranfahren, (an jemanden/etwas) herangehen, (an jemanden/etwas) herankommen, (an jemanden/etwas) herankönnen, (an jemanden/etwas) heranmüssen, (an jemanden/etwas) heranrücken, (an jemanden/etwas) heransollen, (an jemanden/etwas) herantreten, (an jemanden/etwas) heranwollen; sich (an jemanden/etwas) herantasten, sich (an jemanden/etwas) herantrauen, sich (an jemanden/etwas) heranwagen

auf•schlit•zen (hat) [Vt] etwas aufschlitzen einen Schlitz in etwas machen <z.B. mit einem Messer>: mit einem Messer den Briefumschlag aufschlitzen

Schlitz der; -es, -e;
1 eine sehr schmale Öffnung  Spalt: Bei Automaten wirft man das Geld in einen Schlitz
|| -K: Briefkastenschlitz, Fensterschlitz, Türschlitz
2 ein offener Einschnitt an einem Kleidungsstück
|| -K: Rockschlitz

Keh•le die; -, -n;
1 der vordere (äußere) Teil des Halses  Gurgel: Der Hund sprang ihm an die Kehle; Der Wolf biss dem Schaf die Kehle durch
2 der hohle Raum (der obere Teil der Speise- und Luftröhre) im Hals, durch den die Luft und die Speisen in den Körper kommen  Rachen, Schlund <eine entzündete, heisere, raue Kehle haben>
|| ID aus voller Kehle  laut <aus voller Kehle singen>; sich (Dat) die Kehle aus dem Hals schreien gespr; sehr laut und lange schreien; etwas in die falsche Kehle bekommen/kriegen gespr; etwas falsch verstehen und deshalb (zu Unrecht) beleidigt sein; etwas schnürt jemandem die Kehle zu etwas erzeugt (bei jemandem) das Gefühl, dass sich sein Hals zuzieht und er nicht mehr reden kann: Die Angst schnürte mir die Kehle zu

ge•walt•tä•tig Adj;
1 <Menschen> so, dass sie dazu neigen, körperliche Gewalt anzuwenden  brutal
2 gewalttätig werden körperliche Gewalt anwenden, jemanden schlagen o.Ä.  handgreiflich werden
|| hierzu Ge•walt•tä•tig•keit die

E•mo•ti•on [-] die; -, -en; eine (meist starke) seelische Erregung wie z.B. Liebe, Hass  Gefühl <durch, mit etwas in jemandem Emotionen wecken>
|| hierzu e•mo•ti•o•nal Adj

weit•aus Adv; verwendet, um einen Vergleich zu verstärken  mit Abstand < weitaus besser, schneller; weitaus das Sicherste>

ver•kraf•ten; verkraftete, hat verkraftet; [Vt] etwas verkraften die geistige Stärke besitzen, mit etwas (sehr) Negativem zurechtzukommen: Diese Enttäuschung hat er nur schwer verkraftet

vir•tu•ell Adj; EDV; vom Computer so dargestellt, dass es fast echt erscheint

ver•ein•fa•chen; vereinfachte, hat vereinfacht;
[Vt]
1 etwas vereinfachen etwas einfacher machen  verkomplizieren: ein Verfahren vereinfachen;
[Vr]
2 etwas vereinfacht sich etwas wird einfacher
|| hierzu Ver•ein•fa•chung die

Mes•ser•ste•cher der; -s, -; pej; jemand, der in einem Streit einen anderen mit einem Messer verletzt

nach•ah•men; ahmte nach, hat nachgeahmt; [Vt] jemanden/etwas nachahmen sich mit Absicht so verhalten, dass es einer Person oder einer Sache (ganz oder zum Teil) sehr ähnlich ist  imitieren: die Lässigkeit Humphrey Bogarts, das Bellen eines Hundes nachahmen
|| hierzu Nach•ah•mung die; Nach•ah•mer der, -s; -

meis•tern; meisterte, hat gemeistert; [Vt] etwas meistern ein meist schwieriges Problem lösen  bewältigen, bezwingen  an etwas scheitern: Er hat die schwierige Situation sehr gut gemeistert

be•droh•lich Adj; so, dass es eine Gefahr darstellt oder ankündigt  gefährlich <eine Situation>: Das Hochwasser nahm bedrohliche Ausmaße an

Psychophysiologie
Die Psychophysiologie befasst sich mit den Beziehungen zwischen psychischen Vorgängen und den zugrundeliegenden körperlichen Funktionen. Sie beschreibt, wie Emotionen, Bewusstseinsänderungen und Verhaltensweisen mit Hirntätigkeit, Kreislauf, Atmung, Motorik und Hormonausschüttung zusammenhängen

Fre•quenz die; -, -en;
1 Phys; die Anzahl der Schwingungen einer Welle (3) pro Sekunde: Schallwellen haben eine relativ niedrige, Röntgenstrahlen eine äußerst hohe Frequenz; Die Frequenz wird in Hertz gemessen
|| K-: Frequenzbereich, Frequenzmesser
|| -K: Hochfrequenz, Höchstfrequenz, Niedrigfrequenz
2 eine bestimmte Frequenz (1), auf der ein Radiosender sein Programm sendet  Welle (4): Auf welcher Frequenz liegt/sendet der Deutschlandfunk?
|| -K: Radiofrequenz, UKWfrequenz
3 nur Sg, geschr; die Häufigkeit, mit der etwas geschieht

Druck1 der; -(e)s, Drü•cke;
1 meist Sg; die Kraft, mit der besonders ein Gas oder eine Flüssigkeit (senkrecht) auf eine Fläche wirken <meist der Druck nimmt ab, nimmt zu; etwas hat, steht unter Druck>: Je tiefer man taucht, desto größer wird der Druck in den Ohren
|| K-: Druckausgleich, Druckschwankung, Druckunterschied
|| -K: Außendruck, Innendruck; Gasdruck, Luftdruck, Wasserdruck; Überdruck, Unterdruck
2 nur Sg; ein Druck (auf etwas (Akk)) das Drücken (1), das Betätigen z.B. eines Hebels, einer Taste: Mit einem Druck auf diesen Knopf kann man das Licht ausmachen
|| -K: Knopfdruck
3 nur Sg; ein unangenehmes Gefühl besonders im Magen oder Kopf, das einem Druck (1) ähnlich ist <meist einen Druck im Kopf, im Magen haben, verspüren>
4 nur Sg; eine psychische Belastung oder ein starker Einfluss, die jemanden meist zu etwas drängen oder zwingen  Zwang < Druck auf jemanden ausüben, jemanden unter Druck setzen; unter finanziellem, psychischem Druck stehen; unter Druck arbeiten, handeln; auf jemandem lastet ein Druck>: Die Massendemonstrationen verstärkten den Druck auf die Regierung
|| -K: Erfolgsdruck, Leistungsdruck, Notendruck, Zeitdruck
|| ID Druck hinter etwas (Dat) machen gespr; bewirken, dass besonders eine Arbeit schneller gemacht wird; in/im Druck sein gespr; sehr viel zu tun und sehr wenig Zeit haben || drücken

drü•cken; drückte, hat gedrückt;
[Vt]
1 jemanden/etwas irgendwohin drücken mit Kraft oder Gewalt jemanden/etwas (besonders von sich weg) irgendwohin bewegen  ziehen: einen Hebel nach unten drücken; jemanden an/gegen die Wand drücken
2 jemanden an sich (Akk)/ans Herz drücken jemanden besonders als Zeichen von Freundschaft o.Ä. fest umarmen
3 jemandem etwas in die Hand drücken jemandem etwas in die Hand geben: jemandem Geld, einen Schlüssel in die Hand drücken
4 jemandem die Hand drücken jemandem besonders zur Begrüßung oder zum Abschied die Hand geben/schütteln
5 etwas aus etwas drücken mit Kraft bewirken, dass meist eine weiche Masse oder eine Flüssigkeit aus etwas herauskommt  pressen: Senf aus der Tube drücken
6 etwas drücken etwas auf ein niedrigeres Niveau bringen <die Löhne, die Preise, die Noten drücken>: Der Durchschnitt wurde durch die schlechten Arbeiten gedrückt
7 etwas drückt jemanden etwas belastet jemanden psychisch: Sein Gewissen drückt ihn
8 etwas drückt etwas etwas hat einen negativen Einfluss auf etwas: Der Vorfall drückte die Stimmung auf der Party;
[Vt/i]
9 (etwas) drücken besonders den Finger oder die Hand auf einen Schalter, eine Taste o.Ä. legen, sie so bewegen und dadurch einen Mechanismus betätigen <die Hupe, die Klingel, den Knopf drücken>
10 etwas drückt (jemanden) (irgendwo) etwas ist zu klein, zu eng o.Ä. und verursacht deswegen bei jemandem leichte Schmerzen <der Verband, die Schuhe, die Hose>
11 (etwas) drücken gespr; sich Rauschgift spritzen <Heroin drücken>;
[Vi]
12 auf etwas (Akk) drücken  drücken (9)
13 etwas drückt jemandem aufs Gemüt etwas belastet jemanden psychisch
14 etwas drückt auf etwas (Akk) etwas beeinflusst etwas negativ;
[Vr]
15 sich an/in etwas (Akk) drücken meist mit dem Rücken fest gegen etwas lehnen, besonders um nicht aufzufallen oder um nicht gesehen zu werden <sich an die Wand, in die Ecke drücken>
16 sich drücken heimlich weggehen, um nicht mehr dabei zu sein
17 sich (vor etwas (Dat)/um etwas) drücken gespr; eine unangenehme Aufgabe oder Pflicht nicht erfüllen: sich vor dem Aufräumen drücken

ste•tig Adj; nur attr oder adv; gleichmäßig und ohne Unterbrechung <etwas steigt, wächst, sinkt stetig; etwas nimmt stetig ab>
|| hierzu Ste•tig•keit die; nur Sg

be•las•ten; belastete, hat belastet;
[Vt]
1 jemanden (mit/durch etwas) belasten jemandes psychische oder physische Kräfte stark beanspruchen oder strapazieren: jemanden mit Problemen, zusätzlicher Arbeit stark belasten; Die Scheidung von seiner Frau hat ihn sehr belastet
2 jemand/etwas belastet etwas (mit/durch etwas) jemand bewirkt, dass etwas eine störende oder schädliche Wirkung auf etwas hat/etwas hat eine solche Wirkung auf etwas: Wir belasten die Luft mit Abgasen; Die Abgase belasten die Luft; seinen Magen mit schweren Mahlzeiten, sein Gewissen mit Vorwürfen belasten
3 etwas (mit etwas) belasten bewirken, dass sich etwas Schweres in oder auf etwas befindet: die Ladefläche eines Lastwagens belasten; Die Brücke brach zusammen, da sie zu stark belastet wurde
4 jemanden belasten es durch Aussagen vor Gericht wahrscheinlich erscheinen lassen, dass ein Angeklagter schuldig ist  entlasten (3): belastendes Material gegen jemanden vorbringen; Die Aussage der Zeugin belastete ihn schwer
5 etwas (mit etwas) belasten Geld von etwas nehmen <jemandes Guthaben, Konto belasten>
6 etwas mit etwas belasten eine finanzielle Schuld auf etwas übertragen: ein Grundstück mit einer Hypothek belasten
7 jemanden/etwas (mit etwas) belasten Geld von jemandem/etwas fordern und dadurch meist Probleme schaffen: die Arbeitnehmer mit höheren Steuern, den Etat mit zusätzlichen Ausgaben belasten
|| zu 1, 2 und || Last (2)

Last die; -, -en;
1 etwas Schweres, das jemand oder ein Tier tragen muss: Afrikanische Frauen tragen Lasten oft auf dem Kopf; die schwere Last, die der Esel zu tragen hatte
|| K-: Lastesel, Lasttier
2 meist Sg; etwas, das jemandem viel Arbeit, Mühe und Schwierigkeiten macht  Bürde <die Last des Alltags, eines Amtes, des Berufs, der Geschichte>: sich von der Last des Alltags erholen
3 geschr; das Geld, das man jemandem schuldet oder an den Staat zahlen muss  Schulden, Steuern, Abgaben
|| -K: Schuldlast, Steuerlast
4 jemandem zur Last fallen jemandem viel Arbeit und Mühe machen (und somit auf die Nerven gehen)  jemandem lästig werden
5 jemandem etwas zur Last legen geschr; jemandem die Schuld für etwas geben  jemanden beschuldigen, bezichtigen
|| NB: zulasten

zu•las•ten, zu Las•ten Präp; mit Gen; etwas geht zulasten + Gen
1 etwas ist von Nachteil für jemanden/etwas: Die Reform ging zulasten des Steuerzahlers, der Altersversorgung
3 Ökon; etwas muss von jemandem bezahlt werden
|| NB: auch adv. mit von: eine Abbuchung zulasten von Peter Meier

je•ner, jene, jenes; Demonstrativpronomen;
1 verwendet, um auf eine Person oder Sache hinzuweisen, die bereits erwähnt worden ist: Es war der 23. Dezember. An jenem Abend beschlossen sie zu heiraten
2 verwendet, um auf eine Person oder Sache hinzuweisen, die vom Standpunkt des Sprechers, Erzählers oder Subjekts weiter entfernt ist  dieser, diese, dieses: Jenes Bild, das Sie dort sehen, ist über 400 Jahre alt
|| NB: besonders in der gesprochenen Sprache wird meist dieser oder der/die/das ... da anstelle von jener usw verwendet: Der Mann da/Dieser Mann ...
3 verwendet, um auf eine Person oder Sache hinzuweisen, die als bekannt vorausgesetzt wird: Was ich nicht aushalten kann, ist jene Arroganz, die ihn so kennzeichnet
4 verwendet wie ein Subst., um sich auf die zweite von zwei vorher erwähnten Personen zu beziehen: Frau Günther und Frau Bauer waren auch da. Jene (=Frau Bauer) ist Chefredakteurin bei einer Zeitschrift
|| NB: Tabelle unter dieser

die•ser, diese, dieses; Demonstrativpronomen;
1 verwendet, um ausdrücklich auf eine Person oder Sache hinzuweisen (auf die der Sprecher deutet): Dieses Kleid gefällt mir gut
2 verwendet, um etwas bereits Erwähntes hervorzuheben: Dieser Fall liegt schon Jahre zurück; Diese Ausrede kenne ich
3 verwendet, um einen noch nicht abgelaufenen Zeitabschnitt zu bezeichnen: Dieses Jahr/diesen Monat/diese Woche wollen wir fertig sein
4 verwendet, um einen genauen Zeitpunkt oder -raum in der Vergangenheit oder Zukunft anzugeben: Am 28. Mai wird er 60. An diesem Tag gibt es ein großes Fest
5 verwendet zusammen mit einem Subst. oder einem Personennamen, um sich auf die genannte Person (oft mit einer Wertung) zu beziehen: Dieser Peter ist ein netter Kerl
6 dies(es) wie ein Subst. verwendet, um sich (zusammenfassend) auf einen bereits erwähnten Satz oder Text zu beziehen: Er beschloss, uns bei der Arbeit zu helfen. Dies war für uns von großem Nutzen
7 in Verbindung mit jener wie ein Subst. verwendet, um sich auf die erste von zwei vorher erwähnten Personen zu beziehen: Herr Dietz und Herr Ludwig beteiligen sich auch am Projekt - dieser (= Herr Dietz) mit € 25000, jener mit € 30000

Demonstrativpronomen: dieser

Nominativ

      m     dieser     junge     Hund
Sg     f     diese     junge     Katze
      n     dieses     junge     Pferd
Pl          diese     jungen     Tiere

Akkusativ

      m     diesen     jungen     Hund
Sg     f     diese     junge     Katze
      n     dieses     junge     Pferd
Pl          diese     jungen      Tiere 

Dativ

       m     diesem     jungen     Hund
Sg     f     dieser     jungen     Katze
      n     diesem     jungen     Pferd
Pl          diesen     jungen     Tieren

Genitiv

       m     dieses     jungen     Hundes
Sg     f     dieser     jungen     Katze
      n     dieses     jungen     Pferdes
Pl          dieser     jungen     Tiere

Die übrigen Demonstrativpronomen und Indefinitpronomen werden nach demselben Muster gebildet.

vor•wegneh•men; nimmt vorweg, nahm vorweg, hat vorweggenommen; [Vt] etwas vorwegnehmen etwas, das eigentlich erst später gesagt oder getan werden soll, schon tun oder sagen <den Ausgang, den Schluss einer Geschichte vorwegnehmen; das Ergebnis vorwegnehmen>
|| hierzu Vor•weg•nah•me die; nur Sg

Be•we•gung1 die; -, -en;
1 das Bewegen1 (1) eines Körperteils <eine Bewegung mit dem Arm machen; eine weit ausladende, geschmeidige, heftige, ruckartige, unbeholfene, ungeschickte Bewegung>
|| -K: Armbewegung, Handbewegung, Körperbewegung
2 die Änderung der Position, Lage oder Stellung eines Körpers <eine Bewegung im Kreis>: die Bewegung des Zeigers einer Uhr, eines Planeten
|| -K: Aufwärtsbewegung, Rückwärtsbewegung, Vorwärtsbewegung; Kreisbewegung
3 nur Sg; das Sichbewegen (8) (um gesund und fit zu bleiben): Der Arzt hat ihr viel Bewegung empfohlen
|| K-: Bewegungsarmut, Bewegungsdrang, Bewegungstherapie
4 nur Sg, Phys; die Ortsveränderung eines Körpers in Bezug auf einen anderen Körper oder auf die Umgebung <etwas in Bewegung bringen, setzen, halten; etwas setzt sich, gerät, kommt, ist, bleibt in Bewegung>: Der Zug setzte sich in Bewegung
|| K-: Bewegungsenergie
5 nur Sg; eine starke gefühlsmäßige Reaktion auf etwas Positives oder Negatives <seine Bewegung (nicht) verbergen, zeigen (können, wollen)>  Erregung: Der Angeklagte nahm das Urteil ohne sichtbare Bewegung auf
6 eine positive oder negative Entwicklung <eine rückläufige Bewegung; etwas kommt, gerät in Bewegung; etwas ist in Bewegung>: die Bewegungen des Dollarkurses
|| ID etwas kommt/gerät in Bewegung etwas beginnt sich zu ändern; Bewegung in etwas (Akk) bringen bewirken, dass sich etwas zu ändern beginnt (das sich lange Zeit nicht verändert hat); einiges in Bewegung setzen mit vielen Mitteln versuchen, sein Ziel (trotz Hindernissen) zu erreichen
|| zu 1 be•we•gungs•los Adj

Drang der; -(e)s; nur Sg; der Drang (nach etwas); der Drang + zu + Infinitiv ein starkes Bedürfnis (nach etwas/etwas zu tun)  Antrieb, Verlangen <einen Drang verspüren; etwas aus einem Drang heraus tun; von einem Drang besessen sein>: der Drang nach Freiheit; der Drang, die sozialen Verhältnisse zu ändern
|| -K: Arbeitsdrang, Bewegungsdrang, Freiheitsdrang, Geltungsdrang

ge•ne•rell Adj; nicht auf einen einzelnen, bestimmten Fall beschränkt, sondern allgemein  speziell <eine Entscheidung, eine Lösung, ein Problem; etwas generell ablehnen, erlauben, verbieten>: Er hat eine generelle Abneigung gegen alle Milchprodukte

ab•re•a•gie•ren; reagierte ab, hat abreagiert;
[Vt]
1 etwas (an jemandem/etwas) abreagieren (jemandem/etwas) etwas tun, damit man seine Aggressionen o.Ä. los wird <seinen Ärger, seine Enttäuschung an jemandem/etwas abreagieren>: Er reagiert seine schlechte Laune ständig an mir ab;
[Vr]
2 sich (an jemandem/etwas) abreagieren (jemandem/etwas) etwas tun, um sich wieder zu beruhigen: Er reagiert sich ständig an seinen Kindern ab; Ich kann mich beim Sport toll abreagieren

hin•ter•her, hin•ter•her2 Adv  danach, nachher  vorher: Wir wollen erst ins Kino und hinterher essen gehen

na•tur•ge•mäß1 Adj; <eine Lebensweise, eine Ernährung> so, dass es der Natur (2) angepasst ist

na•tur•ge•mäß2 Adv; so, wie es aufgrund der Eigenschaften einer Person/Sache zu erwarten ist  folgerichtig

fol•ge•rich•tig Adj; geschr; logisch und konsequent  schlüssig <eine Entscheidung; folgerichtig denken, handeln>
|| hierzu Fol•ge•rich•tig•keit die; nur Sg

kon•se•quent Adj;
1 ohne Widersprüche  folgerichtig  inkonsequent < konsequent denken, handeln>
2 meist adv; so, dass man sich von etwas nicht abbringen lässt  beharrlich <einen Plan, ein Ziel konsequent verfolgen>
|| hierzu kon•se•quen•ter•wei•se Adv

mit•neh•men (hat)
[Vt]
1 jemanden/etwas (irgendwohin) mitnehmen jemanden/etwas bei sich haben, wenn man irgendwohin geht, fährt o.Ä.: Nimm bitte den Brief mit, wenn du in die Stadt gehst
2 etwas nimmt jemanden/etwas mit etwas belastet jemanden/etwas so stark, dass es negative Folgen hat <arg mitgenommen aussehen>: Die Ereignisse der letzten Woche haben sie arg mitgenommen
3 etwas mitnehmen gespr; eine Gelegenheit nutzen, um etwas Angenehmes zu erleben: alles mitnehmen, was einem im Urlaub angeboten wird
4 etwas mitnehmen gespr; etwas so berühren, dass sich ein Teil davon löst: Er fuhr so scharf in die Kurve, dass er einen Teil der Mauer mitnahm

Lauf der; -(e)s, Läu•fe;
1 nur Sg; das Laufen (1): Er übersprang den Zaun in vollem Lauf
|| K-: Laufrichtung, Laufstil
2 ein Wettbewerb, bei dem man eine bestimmte Strecke laufen muss: Wegen einer Verletzung konnte er zum zweiten Lauf nicht antreten
|| K-: Laufdisziplin, Laufwettbewerb
|| -K: Geländelauf, Hindernislauf, Hürdenlauf, Kurzstreckenlauf, Langstreckenlauf, Marathonlauf, Staffellauf, 100 m-Lauf, 200 m-Lauf, 400 m-Lauf, 800 m-Lauf, 1500 m-Lauf, 3000 m-Lauf, 5000 m-Lauf, 10000 m-Lauf
3 nur Sg; die Art und Weise, wie etwas verläuft, stattfindet  Verlauf, Ablauf: der Lauf der Geschichte; den Lauf einer Entwicklung beeinflussen
4 nur Sg; die Bahn oder die Strecke, die ein Fluss, die Erde oder ein Stern nimmt: der Lauf der Mosel bei Trier; den Lauf der Erde beobachten
5 (bei Schusswaffen) das Rohr, durch das die Kugel nach außen schießt
|| -K: Gewehrlauf, Pistolenlauf
6 meist Pl; die Beine besonders eines Hundes, Hasen, Rehes
|| -K: Hinterlauf, Vorderlauf
7 im Laufe + Gen innerhalb des genannten Zeitraumes <im Laufe des Tages, der Woche, des Monats, des Jahres >: Ich werde Sie im Laufe der nächsten Woche anrufen
8 einen Lauf machen gespr; im Wald oder im Freien laufen (1), um sich fit zu halten  joggen
|| ID etwas nimmt seinen/ihren Lauf etwas passiert, ohne dass jemand es beeinflussen oder aufheben kann <ein Geschehen, eine Entwicklung, das Schicksal>; etwas (Dat) freien Lauf lassen nicht versuchen, etwas zu ändern oder aufzuhalten: Er ließ seiner Wut freien Lauf und weinte bitterlich

hin•ge•gen Konjunktion; verwendet, um einen Gegensatz auszudrücken  dagegen: Eulen können nachts sehr gut sehen. Am Tag hingegen sind sie fast blind

auf•fäl•lig Adj; so, dass es auffällt <Kleidung, ein Benehmen>
|| hierzu Auf•fäl•lig•keit die

auf•fal•len (ist)
[Vi]
1 jemand/etwas fällt (jemandem) auf jemand/etwas erregt durch etwas Besonderes Aufmerksamkeit: Sie fiel durch ihre Intelligenz auf
2 etwas fällt (an jemandem/etwas) auf eine bestimmte Eigenschaft o.Ä. ist besonders deutlich: Fällt dir nichts an dem Auto auf?; Mir fällt (an ihm) auf, dass er sehr nervös ist

flüch•ten; flüchtete, hat/ist geflüchtet;
[Vi] (ist)
1 (aus etwas, vor jemandem/etwas, irgendwohin) flüchten einen Ort schnell verlassen, besonders weil plötzlich eine akute Gefahr droht: Als das Feuer ausbrach, flüchteten die Hotelgäste auf das Dach
|| NB: Im Gegensatz zu fliehen sind bei flüchten die Bewegung und die Geschwindigkeit betont;
[Vr] (hat)
2 sich vor etwas (Dat) irgendwohin flüchten geschr  flüchten (1)

a•kut, akuter, akutest-; Adj;
1 im Augenblick sehr dringend  vordringlich <eine Frage, ein Problem; etwas ist/wird akut>: Die Umweltverschmutzung stellt eine akute Bedrohung für uns dar
2 Med; <eine Erkrankung> so, dass sie plötzlich ausgebrochen ist und schnell und heftig verläuft  chronisch

in•ter•pre•tie•ren; interpretierte, hat interpretiert;
[Vt]
1 etwas (als etwas) interpretieren jemandes Verhalten, Worten o.Ä. eine bestimmte Bedeutung zusprechen  auslegen, deuten: Sein Schweigen kann man als Feindseligkeit interpretieren
2 etwas interpretieren versuchen, den tieferen Sinn von etwas zu erklären  deuten <ein Gedicht, einen Gesetzestext, einen Roman interpretieren>
3 jemanden/etwas (irgendwie) interpretieren das Werk eines Komponisten o.Ä. (auf die genannte Weise) spielen oder singen: Chopin wurde von Rubinstein sehr einfühlsam interpretiert
|| hierzu In•ter•pre•ta•ti•on die; -, -en

Konnex/Konnexion
Zusammenhang, Verbindung zwischen Abläufen; zum Beispiel kann ein Konnex bestehen zwischen Geld und Macht.

na•he lie•gend, näher liegend, nächstliegend/gespr meist naheliegender, naheliegendst-; Adj; nicht adv; sehr gut verständlich  einleuchtend: Aus nahe liegenden Gründen schweigt er zu den Vorwürfen, aber in seiner Situation war es das Nächstliegende zu schweigen

ex•pli•zit, expliziter, explizitest-; Adj; meist adv, geschr;
1 deutlich und direkt (bezeichnet) und nicht nur angedeutet  ausdrücklich  implizit <etwas explizit sagen; explizit auf etwas hinweisen, eingehen; sich explizit mit etwas auseinander setzen, beschäftigen, befassen>
2 so, dass auch die Details genannt werden  ausführlich, im Einzelnen <einen Sachverhalt, Zusammenhang explizit darstellen>

Laudator
Eine Laudatio (von lateinisch laudare ,loben', ,preisen'; Plural: Laudationes) ist eine Lobrede zu Ehren einer Person, meistens eines Preisträgers.

Sie wird vom sogenannten Laudator vorgetragen, der meistens eine prominente Person aus dem öffentlichen Leben ist. Der Laudatio folgt in aller Regel noch eine Rede der geehrten Person selbst.
Anlass für eine Laudatio kann die Verleihung einer Ehrendoktorwürde, eines Preises oder ein Jubiläum sein.

er•stau•nen; erstaunte, hat/ist erstaunt;
[Vt] (hat)
1 etwas erstaunt jemanden etwas ist so, dass jemand darüber überrascht ist und staunt: Ihr großes Wissen über dieses schwierige Fachgebiet hat mich sehr erstaunt;
[Vi] (ist)
2 (über etwas (Akk)) erstaunen geschr; über etwas in Staunen, Verwunderung geraten
|| zu 2 er•stau•nens•wert Adj

welch Indefinitpronomen; verwendet in Ausrufen, um ein Subst. oder ein Adj. zu intensivieren  was für ein(e usw): Welche Begeisterung!; Welch seltener Gast!
|| NB: Steht welch vor einem unbestimmten Artikel oder einem Adj., bleibt welch ohne Endung: Welch eine schöne Frau!; das Adj. wird nach Deklinationstyp B flektiert; Tabelle unter Adjektive

be•schrän•ken; beschränkte, hat beschränkt;
[Vt]
1 etwas (auf etwas (Akk)) beschränken einer Sache eine Grenze setzen  begrenzen (2) <Ausgaben, Kosten, den Import, die Zahl der Teilnehmer b>: Die Redezeit ist auf 5 Minuten beschränkt; Die Zahl der Studienplätze bleibt weiterhin beschränkt
2 jemanden in etwas (Dat) beschränken  jemanden in etwas beschneiden (2) <jemanden in seinen Rechten, in seiner Freiheit beschränken>;
[Vr]
3 sich (auf etwas (Akk)) beschränken den Verbrauch von etwas oder den Anspruch auf etwas reduzieren: sich auf das Notwendigste beschränken

wie•de•rum Adv; geschr;
1 noch einmal
2 meinerseits, deinerseits usw.: Ich wiederum bin der Meinung, dass ...

för•dern1; förderte, hat gefördert;
[Vt]
1 jemanden/etwas fördern jemanden/etwas so unterstützen (z.B. durch persönliches Engagement oder finanzielle Mittel), dass er/es sich gut (weiter)entwickelt: junge Künstler, die Wissenschaften fördern
2 etwas fördern geschr  verstärken: Ihre Bemerkungen förderten seinen Ärger nur noch mehr

fi•xiert
1 Partizip Perfekt; fixieren
2 Adj; auf jemanden/etwas fixiert geschr, meist pej; emotional so stark an eine bestimmte Person oder Sache gebunden, dass man psychisch von ihr abhängt: Das Kind ist stark auf seine Mutter fixiert




fi•xie•ren; fixierte, hat fixiert;
[Vt]
1 etwas fixieren Admin geschr; etwas, das vorher mündlich gesagt wurde, aufschreiben  (schriftlich) festhalten (3): Die Polizisten fixierten die Aussagen des Verhafteten in einem Protokoll
2 etwas irgendwo fixieren geschr; etwas irgendwo festmachen: ein Plakat an der Wand fixieren
3 jemanden/etwas fixieren geschr; starr und konzentriert auf jemanden/etwas blicken
4 etwas fixieren Foto; einen (entwickelten) Film in eine spezielle Flüssigkeit geben, damit sich das Bild nicht mehr durch Licht verändert <einen Film, Fotos fixieren>
|| K-: Fixierbad, Fixiermittel

Pro•band der; -en, -en; eine Person, die (für wissenschaftliche Untersuchungen) bestimmte Aufgaben lösen muss oder mit der Versuche gemacht werden  Versuchsperson, Testperson
|| NB: der Proband; den, dem, des Probanden

Kon•se•quenz die; -, -en;
1  Auswirkung, Folge: Der Unfall wird rechtliche Konsequenzen haben
2 eine Handlung, die sich (meist notwendig) aus einem bestimmten Zustand ergibt
3 nur Sg; ein konsequentes (2) Verhalten <etwas mit (aller) Konsequenz verfolgen>
|| ID (aus etwas) die Konsequenzen ziehen aus einem Vorfall o.Ä. Folgerungen ziehen und sich danach richten: Er zog die Konsequenzen und trat zurück

er•freu•lich Adj; so (schön), dass man froh oder glücklich darüber ist  unangenehm, unerfreulich: Es ist sehr erfreulich, dass du die Prüfung bestanden hast
|| hierzu er•freu•li•cher•wei•se Adv

be•zie•hen1; bezog, hat bezogen;
[Vt]
1 etwas (mit etwas) beziehen um etwas meist einen Stoff spannen und befestigen <Möbel (neu) beziehen>
2 etwas (mit etwas) beziehen ein Kissen, eine Decke oder eine Matratze mit Bettwäsche umhüllen oder bedecken <die Kopfkissen, das Bett frisch beziehen>
3 etwas beziehen in ein Gebäude einziehen, um es in bestimmter Weise zu nutzen  aus etwas ausziehen: Ein Elektrounternehmen bezieht die leer stehende Schule
4 etwas beziehen Mil; an einen Ort gehen, von dem aus man etwas gut verteidigen/angreifen kann <eine Stellung, einen Posten beziehen>
5 meist einen (klaren) Standpunkt beziehen/(deutlich) Stellung beziehen geschr; eine feste Meinung einnehmen und verteidigen
|| Bezug1

Be•zug1 der;
1 der Stoff, mit dem man ein Möbelstück bezieht1 (1)  Überzug
|| -K: Lederbezug, Stoffbezug
2 ein Tuch oder Laken, mit dem man ein Kissen, eine Decke oder eine Matratze bezieht1 (2)
|| -K: Bettbezug, Kissenbezug

be•zie•hen2; bezog, hat bezogen;
[Vt]
1 etwas (durch/über jemanden, von jemandem) beziehen geschr; eine Ware von einem bestimmten Händler erhalten: Die Ersatzteile sind nur durch/über den Fachhandel zu beziehen; Wir beziehen unser Heizöl seit Jahren von dieser Firma
2 etwas (von jemandem/aus etwas) beziehen von einer Firma, einem Amt o.Ä. regelmäßig Geld bekommen <von einer Firma Gehalt, Lohn beziehen; aus einem Geschäft Einkünfte beziehen; Arbeitslosengeld, Sozialhilfe, eine Rente, Wohngeld beziehen>
3 etwas (von jemandem/aus etwas) beziehen Informationen regelmäßig auf eine bestimmte Art und Weise bekommen: sein Wissen von Bekannten, aus Büchern, aus Zeitschriften beziehen
|| zu 1 und || Bezug2


Be•zug2 der;
1 nur Sg; das Beziehen2 (1) einer Ware: der regelmäßige Bezug einer Zeitung
|| K-: Bezugsbedingungen, Bezugspreis, Bezugsquelle
2 nur Sg; das Beziehen2 (2) von Geld <zum Bezug einer Rente, von Arbeitslosengeld, Kindergeld berechtigt sein>
|| K-: bezugsberechtigt
3 nur Pl, (A) auch Sg; das Gehalt, das Einkommen, die Rente o.Ä.: Seine monatlichen Bezüge belaufen sich auf fast 4000 Euro

be•zie•hen3; bezog, hat bezogen;
[Vt]
1 etwas auf etwas (Akk) beziehen etwas in einem bestimmten Zusammenhang oder unter einem bestimmten Aspekt betrachten: Man muss die Preise auf die Löhne beziehen; Bezogen auf seine Qualifikation und Leistung ist seine Bezahlung schlecht
2 etwas auf 'sich (Akk) beziehen glauben, dass man Gegenstand oder Ziel einer Äußerung oder einer Handlung ist <eine Geste, ein Handzeichen auf sich beziehen; alles auf sich beziehen>: Er hat die Kritik auf sich bezogen und ist beleidigt;
[Vr]
3 etwas bezieht sich auf etwas (Akk) etwas hängt mit etwas (in bestimmter Weise) zusammen: Dein Beispiel bezieht sich nicht auf dein Argument
4 sich auf etwas (Akk) beziehen auf etwas in einer Äußerung hinweisen: Sie bezog sich auf unser Gespräch von gestern Abend
5 sich auf jemanden/etwas beziehen jemanden/etwas als Quelle der eigenen Information und/oder als Autorität nennen  sich auf jemanden/etwas berufen: sich auf einen Artikel in der Zeitung beziehen; In seinem Referat bezog er sich auf die Aussagen berühmter Wissenschaftler
|| Bezug3

Be•zug3 nur in
1 Bezug auf jemanden/etwas nehmen geschr; sich auf jemanden/etwas beziehen3 (4): Er nahm in seiner Rede Bezug auf unsere neuen Vorschläge
2 in Bezug auf jemanden/etwas hinsichtlich einer Person/Sache  was jemanden/etwas betrifft: In Bezug auf seinen Beruf ist er sehr gewissenhaft
3 mit/unter Bezug auf etwas (Akk) Admin geschr; verwendet in Briefen, um sich auf etwas zu beziehen, das bereits bekannt ist: Unter Bezug auf Ihr Angebot vom 3. Mai bestelle ich 30 Flaschen Wein
4 zu jemandem/etwas keinen Bezug (mehr) haben gespr; jemanden/etwas nicht (mehr) verstehen oder sich nicht (mehr) für ihn/dafür interessieren

Er•zie•hung die; -; nur Sg;
1 Kollekt; alle Maßnahmen und Methoden, mit denen man jemanden erzieht <eine strenge, autoritäre, nachsichtige, liebevolle, antiautoritäre Erziehung>
|| K-: Erziehungsfehler, Erziehungsmaßnahme, Erziehungsmethode, Erziehungsschwierigkeiten, Erziehungsziel
2 das Benehmen und die Manieren, die jemand als Resultat seiner Erziehung (1) hat: Ihr fehlt jede Erziehung (= sie benimmt sich schlecht)

ü•ber•wie•gend
1 Partizip Präsens; überwiegen
2 (auch ü•ber•wie•gend) Adj; nur attr oder adv; den größeren Teil von etwas bildend: die überwiegende (= große) Mehrheit der Bevölkerung
3 (auch ü•ber•wie•gend) Adj; nur adv  hauptsächlich, vorwiegend, vor allem: Es sind überwiegend Jugendliche, die das Lokal besuchen

ü•ber•wie•gen; überwog, hat überwogen;
[Vt/i]
1 etwas überwiegt (etwas) etwas ist wichtiger, stärker o.Ä. als etwas anderes: Zurzeit überwiegt bei mir ein Gefühl der Unzufriedenheit; Die Neugier überwog seine Schüchternheit;
[Vi]
2 <Personen/Dinge> überwiegen bestimmte Personen/Dinge sind in größerer Zahl oder Menge vorhanden als andere: Bei den Arbeitslosen überwiegen die Frauen